Das “Ich” als Marke – Tipps für den Aufbau der Personal Brand

Das “Ich” als Marke – Tipps für den Aufbau der Personal Brand

Marco Dautel

Marco Dautel

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Der Aufbau der eigenen Marke, einer Personal Brand, gewinnt immer mehr an Bedeutung, denn an Personal Branding kommt heute niemand mehr vorbei. Egal ob Unternehmenslenker, Angestellter oder Selbständiger, irgendwann wird jeder mal gegoogelt. Sich selbst als Marke zu etablieren kann auf unterschiedlichen Ebenen, persönlich und unternehmerisch, viele Vorteile mit sich bringen. Als etablierte Marke werden Sie eher als vertrauenswürdig und als Experte wahrgenommen. Dies erhöht die Chance auf eine mediale Platzierung, da Journalisten immer auf der Suche nach Experten zu spezifischen Themen sind. Zudem wird Ihr Netzwerk sowohl online als auch offline schneller wachsen, da Menschen durch Ihr Personal Branding wissen, wer Sie sind und welchen Mehrwert Sie ihnen bieten können. Dies führt häufig zu mehr Kunden oder besseren Jobangeboten, bei denen Sie sich dank Ihrer eigenen starken Marke teurer verkaufen können. Am Ende schaffen Sie eine langlebige Plattform, die Sie immer begleitet und Ihnen dabei hilft, auch in neuen Bereichen schnell Fuß zu fassen.

Die Vorteile sind also enorm. Doch worauf müssen Sie achten, wenn Sie sich als Marke aufbauen möchten?

Klar ist, der Aufbau einer persönlichen Marke geschieht nicht über Nacht und ist harte Arbeit. Wie bei jeder Kommunikationsmaßnahme sind eine saubere Strategie und Planung ausschlaggebend für die Aussicht auf Erfolg. Ohne Kommunikationsziel, Zielgruppen und Themen sowie Disziplin und Zeit geht nichts.

In 5 Schritten zur Personenmarke

  1. Die Basis

Der erste Schritt beim Aufbau der persönlichen Marke ist das Schaffen einer Basis, auf der Sie aufbauen können. Kern dieser Basis sollte die Selbsterkenntnis sein. Denn beim Aufbau der eigenen Marke geht es darum, sich so authentisch wie möglich zu positionieren. Authentische Kommunikation ist gute Kommunikation. Ihre persönliche Marke sollte ein Spiegelbild Ihrer Fähigkeiten, Leidenschaften, Werte und Überzeugungen sein. Leser, Hörer oder Zuschauer merken, wenn Sie sich verstellen oder verbiegen. Dadurch entsteht Schaden für Ihre Reputation und oft auch für das Unternehmen, für das Sie sprechen.

Beantworten Sie dafür folgende Fragen:

  • Welche Fähigkeiten haben Sie sich über die Jahre angeeignet?
  • Welche Schulungen, Zertifizierungen oder Auszeichnungen haben Sie erhalten?
  • Für welche Branchen und Themen interessieren Sie sich am meisten?
  • Bei welchen Themen sind Sie leidenschaftlich?
  • Für welche Werte stehen Sie ein?
  • Woran glauben Sie?
  • Wofür stehen Sie als Person?
  • Wogegen stehen Sie?

Sie haben jetzt Ihr Startkapital für Ihre Personenmarke erarbeitet. Um die Basis zu vervollständigen fehlt noch das Identifizieren der Vision, Mission, Botschaft und Persönlichkeit Ihrer Marke. Folgende Fragen helfen dabei, diese zu finden:

  • Wofür wollen Sie bekannt sein? Für welches Thema wollen Sie als Experte gelten?
  • Was ist der Sinn und Zweck Ihrer Marke?
  • Wen wollen Sie beeinflussen?
  • Was wollen Sie mit Ihrer Marke erreichen?
  • Was ist die Kernbotschaft Ihrer Marke?
  • Welche persönlichen Charakteristika und Eigenschaften können Teil Ihrer Marke werden?
    • Wollen Sie eher als erfahren und professionell oder als kantig und abenteuerlustig wahrgenommen werden?
  1. Die Zielgruppe

Mit der erarbeiteten Basis kann jetzt die Zielgruppe definiert werden. Machen Sie nicht den Fehler, jeden anzusprechen. Sie werden wesentlich schneller Erfolg haben, wenn Sie sich auf eine Zielgruppe konzentrieren, die Sie mit Ihrem Thema erreichen wollen. Es mag kontraintuitiv erscheinen, aber versuchen Sie auch nicht von jedem gemocht zu werden. Es geht auch darum, einen eigenen Standpunkt zu vertreten. Nicht jeder wird mit Ihren Ansichten oder Aussagen übereinstimmen, aber lassen Sie sich davon nicht irritieren. Auffallen bedeutet auch zu polarisieren.

  1. Der USP

Für eine erfolgreiche Personal Brand benötigen Sie etwas, dass Sie einzigartig macht und dass Ihrer Zielgruppe hilft, ein bestimmtes Problem zu lösen oder ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Zielgruppe zu definieren, bevor Sie Ihren Unique Selling Point (USP) definieren. Denn wenn Sie genau wissen, wen Sie ansprechen wollen, können Sie Ihren USP im Rahmen Ihrer Fähigkeiten und Interessen optimal auf diese Zielgruppe festlegen. Dabei hilft es, wenn Sie sich als Experte oder Spezialist positionieren. Generalisten wird häufig weniger Vertrauen entgegengebracht und ein generischer USP ist kein USP. Ein guter USP hingegen kombiniert Ihre Leidenschaft und Ihre Fachkompetenz mit dem Interesse Ihres Zielpublikums.

  1. Die Bühne(n)

Authentizität hört nicht beim Thema auf. Auch die Auswahl der Kanäle muss zu Ihnen passen. Sie müssen aber nicht auf jedem Kanal vertreten sein. Seien Sie ehrlich zu sich und Ihrer Zielgruppe und nutzen Sie die Plattformen, die Ihnen am meisten liegen und auf denen Sie sich nicht verbiegen müssen. Es ist zwar verlockend, auf allen Kanälen dabei zu sein, aber es ist in den wenigsten Fällen zielführend.

  1. Die Content-Strategie

Inhalte zu erstellen und auf Ihren unterschiedlichen Bühnen zu spielen ist ein effektiver Weg, um Ihre Personal Brand aufzubauen und das Vertrauen Ihrer Zielgruppe zu gewinnen. Bevor Sie jetzt aber versuchen, Ihre Leser mit Ihrem Inhalt davon zu überzeugen, dass Sie Ihnen helfen können, entwickeln Sie lieber Inhalte, die Ihren Lesern einen Mehrwert liefern, der Ihnen tatsächlich hilft. So wird automatisch Ihre Expertise demonstriert und Vertrauen aufgebaut.

Für die Content-Strategie Ihrer persönliche Marke ist es hilfreich, erst einmal eine Liste aller potenziellen Themen, die für Ihre Zielgruppe hilfreich sein könnten, zu erstellen. Dabei helfen zum Beispiel Keyword-Tools wie der Google Keyword Planner, BuzzSumo oder Answer The Public. Auf Basis dieser Liste können Sie dann entscheiden, welche Art von Inhalten Sie zu welchem Thema erstellen möchten und auf welcher Plattform Sie diese veröffentlichen. Vielleicht bietet sich ein Thema für einen Artikel an und ein anderes eher für einen Podcast, ein Webinar oder ein Video. Andere wiederum lassen sich sehr gut in Infografiken oder Präsentationen darstellen. Seien Sie kreativ und entwickeln Sie Ihren eigenen Content.

Sie können auch sogenannten Pillar Content erstellen, der als Basis für Micro Content dient. Dazu erstellen Sie zum Beispiel einen ausführlichen Text, eine große Präsentation, oder einen langen Podcast und entwickeln aus den großen Stücken mehrere kleine, die sie dann zum selben Thema mit immer anderen Inhalten veröffentlichen können.

Für den Content gilt: Qualität vor Quantität. Veröffentlichen Sie keine Inhalte, die Ihrer Marke schaden könnten. Denken Sie auch daran, regelmäßig zu veröffentlichen. Content Marketing ist ein Marathon, kein 100 m Rennen.

 

Personal Brand wird man nur mit Strategie und Authentizität

Es gab noch nie mehr Chancen, sich als persönliche Marke zu etablieren. Das Internet und die Auswahl unterschiedlicher Plattformen bieten jedem die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Da die Konkurrenz inzwischen aber so groß ist, benötigt man für ein erfolgreiches Personal Branding eine klare Strategie, relevante Inhalte für die Zielgruppe und Authentizität.

Der kürzlich verstorbene Karl Lagerfeld hat einmal gesagt: „Persönlichkeit fängt dort an, wo der Vergleich aufhört!“ Wie wenige andere hat er es verstanden, sich als Personenmarke zu etablieren. Der Kern seines Erfolgs war seine Authentizität in Fragen des Stils und der Mode. Er hat es geschafft, diese beiden Themen nicht nur aus seiner Warte als Modemacher zu bespielen, sondern Stil und Mode immer wieder auch als Haltung und gesellschaftliche Entwicklung verstanden und sie in diesem Sinne kommentiert. Für mich unvergessen ist seine Aussage bei Markus Lanz: „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“

Mit diesem Guide verlieren Sie hoffentlich nicht die Kontrolle über Ihre Personal Brand. Und wenn doch: Ich freue mich über Ihren Anruf.

 

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