5 Tipps für LinkedIn als Tool zur Unternehmenskommunikation 

5 Tipps für LinkedIn als Tool zur Unternehmenskommunikation 

Timo Gass

Timo Gass

„Nichts ist beständiger als der Wandel“. Diese Worte Heraklits (535 – 475 v. Chr.) haben in den vergangenen rund 2.500 Jahren nichts an ihrer Bedeutsamkeit und Aktualität eingebüßt. Megatrends wie Digitalisierung oder Globalisierung stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Insbesondere die Medienlandschaft hat sich seit Aufkommen des Internets in atemberaubenden Tempo gewandelt. In dieser komplexen Gemengelage gewinnt die externe Unternehmenskommunikation zunehmend an Bedeutung und ist längst zu einem festen Bestandteil der Unternehmensführung geworden. Zu den allgemeinen Zielen der externen Unternehmenskommunikation zählen der Aufbau einer starken Reputation und Themenführerschaft, das Knüpfen enger Kundenbeziehung und der generelle Markenaufbau. Dabei richtet sich die Kommunikation nicht an eine generische ,Öffentlichkeit‘, sondern an spezifische Teilöffentlichkeiten. 

Um die entsprechenden Stakeholder gezielt zu erreichen, führt an der Nutzung von Plattformen wie LinkedIn kein Weg mehr vorbei. Ähnlich wie es vor einigen Jahren mit Webseiten von Unternehmen zu beobachten war, geht es inzwischen nicht mehr darum, ob Unternehmen soziale Medien nutzen, sondern mit welchen Strategien und Zielsetzungen sie diese bespielen. Der Kommunikationswissenschaftler Dr. Michael Johann bezeichnet Social Media daher in seiner Dissertation als das „wichtigste Instrument zur Kommunikation mit relevanten Personen oder Personengruppen“. Mit diesen 5 Tipps können Sie das Potenzial von LinkedIn für Ihre Kommunikationsstrategie freisetzen. 

1. Zeigen, was man kann 

LinkedIn bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Kompetenzen zu demonstrieren. Aushängeschilder der eigenen Arbeit lassen sich auf LinkedIn zielgruppenwirksam und authentisch präsentieren. Wichtig ist hierbei zu beachten, dass ein gesundes Maß zwischen Quantität und Qualität gewahrt wird. Zum einen verzeiht der Algorithmus keine wochenlangen Pausen zwischen den Posts und zum anderen sind die Follower:innen nicht an einer Flut an Content interessiert. Unsere Empfehlung: Mit 2-3 Posts pro Woche von hoher Relevanz macht man beim Algorithmus und den Follower:innen nichts falsch. 

2. Position beziehen 

Wir leben in einer Zeit, in der Stakeholder:innen von Unternehmen immer stärker Erklärungen über das Wie und Warum ihrer Arbeit einfordern. Tagesaktuell und häufig emotional werden gesellschaftliche Themen wie der Klimawandel, Sexismus oder die Coronapandemie auf LinkedIn diskutiert. Unternehmen müssen ihre Aktionen in diese größeren Debatten einbetten und sich positionieren. Zwar ist die allgemeine Sorge vor einem Shitstorm durchaus gerechtfertigt, doch sind wir davon überzeugt, dass keine Haltung eben auch eine klare Positionierung darstellt. Sprich: Werte und Visionen mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl offen kommunizieren.  

3. LinkedIn braucht Gesichter 

Soziale Medien basieren grundsätzlich auf der Interaktion zwischen Menschen, nicht Produkten. Unternehmen können noch so hochwertigen Content auf LinkedIn teilen, wenn sie ihr Profil und damit ihre Marke nicht mit Gesichtern verknüpfen, wird sich keine engere Bindung zu den adressierten Stakeholder:innen aufbauen. Zeigen Sie also, wer hinter Ihren Erfolgen steht und erzählen sie deren Geschichten.  

4. Auf gute Stories kommt’s an 

Damit wären wir beim Thema Geschichten erzählen. Dass Menschen in Narrativen leben, denken und fühlen, ist nichts Neues. Auf LinkedIn kann man Geschichten aufgrund der Nähe zu den Follower:innen auf viel authentischere und zugänglichere Art und Weise als in klassischen Medienformaten erzählen. Die von vielen Seiten geforderte Transparenz spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Wer aus dem unendlichen Rauschen auf Social-Media-Plattformen hervorstechen möchte, muss spannende und vor allen Dingen authentische Stories erzählen.  

5. Thought Leadership ist die Königsdisziplin 

Da „Menschen demjenigen vertrauen, von dem sie etwas lernen“ (Olaf Mörk) ist Thought Leadership eines der wichtigsten Unternehmensziele. Wer schon einmal ein Whitepaper versucht hat, in einen kurzen und eingängigen Social-Media-Post zu verpacken, hat festgestellt, wie leicht bei der Komplexitätsreduktion jedoch Kernbotschaften verloren gehen. Auf der anderen Seite besteht aufgrund der Informationsflut auf LinkedIn ein großer Bedarf an gut recherchierten Informationen von Expert:innen. Die große Kunst ist es, bei der Erstellung von Content immer die Zielgruppe genau im Blick zu behalten. Sich also die Frage zu stellen, welche Informationen aus dem 20-seitigen Whitepaper für die Stakeholder:innen wirklich relevant sind.  

Ausblick: Dialog statt Monolog?

Die sozialen Medien haben einen Zwischenraum zwischen der direkten interpersonalen und der Kommunikation über Massenmedien geschaffen. Zwar können Unternehmen auf sehr viel direktere Art und Weise mit ihren Follower:innen interagieren, doch kann man dabei tatsächlich von einem echten Dialog sprechen?  

Schon Niklas Luhmann behauptete in Die Gesellschaft der Gesellschaft, dass Interaktion „durch Zwischenschaltung von Technik ausgeschlossen wird“. Klar ist, dass man Kommunikation über soziale Medien nicht vollständig mit Face-to-Face-Kommunikation gleichsetzen kann. Die Online-Kommunikation ist dem situativen Zusammenhang entkoppelt und birgt eine gewisse Anonymität.  

Dennoch bringt die neue Partizipationskultur des Web 2.0 enorme Potenziale für eine tatsächlich dialogorientierte Kommunikation mit sich. Die sozialen Medien existieren auf Grundlage der Menschen, die sie nutzen. In diesem Sinne ist die Kommunikation auf LinkedIn und Co. per se in höchstem Maß vernetzt. Wenn Unternehmen diesen Charakter der sozialen Medien aufgreifen und die Nutzer:innen nicht als Rezipierende, sondern Mitgestaltende einbeziehen, kann dies zwar nicht die Face-to-Face-Kommunikation ersetzen, doch einen produktiven Dialog zwischen Unternehmen und Stakeholder:innen stiften, der in den klassischen Medien nicht möglich ist. Um diese Potenziale abzuschöpfen, sollten sich Unternehmen also weniger darauf konzentrieren, das Deutungsmonopol über die eigenen Inhalte und Aktionen zu erhalten, sondern den Paradigmenwechsel hinzu mehr Dialog proaktiv zu fördern. Habermas‘ normativ aufgeladene Vorstellung einer „deliberativen Demokratie“ scheint so nah wie nie zuvor, oder?  

Teile diese Geschichte:

Read more from the blog

Ethics

Happy Pride!

Ohne jeden Zweifel haben die ein oder anderen unter uns gemerkt wie sich die Beiträge auf unseren Social-Media-Plattformen oder integrative Kampagnen im Juni vermehrt in die Regenbogenfarben gehüllt haben. Einer meiner persönlichen Lieblinge sind z.B. Die aktuellen Pride-Kampagnen von Calvin Klein oder Absolut. Was diese geglückten Kampagnen gemeinsam haben? Um es kurzzufassen: Sie zielen darauf ...Weiterlesen

Megan Hogg
Megan Hogg
Führung

Jeder spricht über Homeoffice, doch wie gehen Kommunikationsprofis damit um? 4 Tipps zum Umgang mit einem sensiblen Thema

Spätestens seit Ausbruch der Coronapandemie 2020 ist das Thema Homeoffice in aller Munde. Die einen lieben es, die anderen hassen es, jede:r hat in die eine oder andere Richtung Erwartungen an die eigene Arbeitgeber:in. Außerdem verändern sich die Regelungen je nach pandemischer Lage. Wie geht man nun als Führungsperson kommunikativ mit dem Thema Homeoffice um ...Weiterlesen

Melina Kulisch
Melina Kulisch
Claire Walker

Wie die schrumpfende Aufmerksamkeitsspanne das Leben von Kommunikations-Expert:innen erschwert

Aufmerksamkeit ist ein knappes Gut. Das Online-Leben kann süchtig machen und das Informationsuniversum ist schier endlos. Wir leben in ewiger Erwartung auf das ‘next big thing’, was vor allem die Reputation von Marken gefährdet. Auch deshalb ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, Ihre Unternehmenskommunikation zu priorisieren und authentische und fesselnde PR-Strategien zu entwickeln. ...Weiterlesen

Claire Walker
Claire Walker

Einen Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Ist es an der Zeit, Ihre Reputation zu formen?

Wir arbeiten aus London, Paris und München und sind Teil eines weltweiten Netzwerks ähnlich denkender Partneragenturen.

Kontaktieren sie uns

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie Meinungsartikel von unserem Führungsteam, interessante Branchennachrichten und hilfreiche Guides, um Ihre Kommunikation zu verbessern.

Sie können sich jederzeit wieder abmelden. Für weitere Details, lesen Sie bitte unsere Datenschutzerklärung