2020 hielten nur 19 Prozent der Teilnehmer*innen einer deutschlandweiten Umfrage des Statista Global Consumer Surveys Cancel Culture für ein Problem. Recht wenig, wenn man bedenkt, dass Medien heute fast täglich über neue Fälle berichten und kaum ein Tag vergeht an dem kein Name in den Social Media Trends zu finden ist. An einem Tag ist es die Gewürzmarke Ankerkraut, da sie sich mit Nestlé zusammenschließt, am nächsten Tag eine Umweltaktivistin mit Dreadlocks. Darin liegt auch die Schwierigkeit der Cancel Culture. Es kann jeden treffen, egal ob Marke, Unternehmen, Partei oder Einzelpersonen.

Wer selbst auf Social Media unterwegs ist (und gerne bei den Trends up to date ist), stellt schnell fest, dass diese öffentlichkeitswirksame Ächtung gar nicht so unvorhersehbar ist. Die Gründe der Kritik sind häufig sogar nachvollziehbar:

Sind die Ursache für die Mehrheit dieser Vorfälle.

Das Problem der Cancel Culture besteht also oft nicht darin, dass sie kritisiert, sondern wie sie kritisiert. Denn mit Kritik hat das in vielen Fällen wenig zu tun. Das Problem dabei steckt bereits im Namen. Sie „cancelt“, also das Beenden oder Absagen von etwas. Das Canceln passiert in zwei Schritten:

  1.  „Call-Out-Culture“: Dem Verbreiten des Fehlverhaltens durch Teilen von Videos, Bildern, Hashtags oder Storys auf verschiedensten Social-Media-Kanälen. Ab einem gewissen Bekanntheitsgrad verbreiten sich solche Meldungen wie ein Lauffeuer. Es bleibt also nicht in dem kleinen „Fan“ Kreis, der bis zu einem gewissen Grad berechtigte Kritik äußert.
  2.  „Cancel-Cultur“: Die Reaktion auf das Fehlverhalten ist also gleichzusetzen mit dem wütenden Mob, der auf diese Aussage hin auftaucht und im Grunde nichts mit der Marke oder auch Person zu tun hat. Viele der Nutzer, haben ihren Erstkontakt erst durch den Fehltritt. Schnell artet die berechtigte Kritik von „Fans“ in „Hass“ von Fremden aus.

Was sind die Auswirkungen?

Diese Bewegung im Netz kann zum Boykott führen, also der Weigerung, das „Opfer“ der Cancel Culture weiter zu unterstützen oder die Zukunft gar zu erschweren. Ankerkraut hat nach ihrer Kooperation mit Nestle beispielsweise nicht nur viele Fans der Marke, sondern auch fast alle Kooperationen mit Influencern und die damit verbundene Reichweite verloren. Wer hier einmal einen Einblick braucht, kann gerne die Kommentare zu der Ankündigung auf Twitter lesen:

Nestlé ist neuer Mehrheitseigentümer von Ankerkraut! Wir bleiben eigenständig: als Unternehmen und Marke. Die Gründer Anne und Stefan, sowie die Geschäftsleitung, bleiben als relevant beteiligte Gesellschafter an Bord und am operativen Geschäft wird sich nichts ändern.

— Ankerkraut GmbH (@ankerkraut) April 13, 2022

Wenn Konsument*innen oder Kund*innen aufhören die Produkte zu kaufen, Dienstleistungen wahrzunehmen, Bücher, Filme oder Musik zu konsumieren, Texte zu lesen und Veranstaltungen zu besuchen, kann natürlich nachhaltig das Geschäft darunter leiden, vor allem, wenn der geschäftliche Erfolg auf Social Media Reichweite beruht. Sie werden von einer gesellschaftlichen Gruppe gecancelt, was einerseits einer öffentlichen Ächtung gleichkommt, aber andererseits weiteren wirtschaftlichen Erfolg nicht zwangsläufig ausschließt. Klar ist, dass so ein Vorfall, egal in welchem Ausmaß, der Reputation langfristig schaden kann.

Zudem entwickelt sich die Cancel Culture immer mehr zum Trend. Es werden verstärkt Fehltritte gesucht, um einen künstlichen Shitstorm zu generieren. Jahre alte Tweets werden recherchiert und veröffentlich oder auch einfach Behauptungen aufgestellt, um den nächsten Skandal zu schaffen.

Was lernen wir aus der Cancel Culture?

Die Zeit der großen Imagekampagnen und Werbeversprechen ist vorbei. Nur zu predigen, ohne zu handeln, wird bei einem wachsenden kritischen Bewusstsein der immer jünger werdenden Kund*innen zunehmend schwieriger. Marketingversprechen müssen auf allen Unternehmensebenen erfüllt werden, sonst geht schnell die Glaubwürdigkeit verloren. Unternehmen können beispielsweise nicht für Diversität einstehen, während im Hintergrund weiterhin weder gleichberechtigte Strukturen bestehen noch faire Löhne gezahlt werden.

In Zeiten von Cancel Culture verlangen kritische Kunden von Unternehmen mehr, als nur noch unternehmerisch zu handeln. Der Mehrwert eines Unternehmens bemisst sich am Mehrwert, den es für uns alle kreiert, nicht wie früher nur für Kund*innen oder das Unternehmen selbst.

Auf was Sie bei der Kommunikationsplanung achten müssen, können Sie hier auf unserem Blog nachlesen.


Unsere 11 Top-Listen des Jahres 2021

Zahlen, Fakten und Analysen sind wichtige Bestandteile einer guten Content-Strategie. Der Blick nach hinten hilft deshalb häufig auch für die Planung nach vorne. Und für alle, die aus dem Rückblick für die Zukunft lernen wollen (oder nur Spaß an Jahreszusammenfassungen haben), hier ein (vorerst) letzter Blick zurück in das Jahr 2021 auf ein paar interessante, überraschende und ungewöhnliche Rankings*. Anschnallen, es geht los.

*vornehmlich aus Deutschland

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Von Faulheit und Fails

Das Top-Thema Cyber Security wird uns auch in Zukunft weiterhin begleiten. Wehe dem, der ein schwaches Passwort zur Sicherung seines Twitter-, E-Mail- oder gar Bank-Accounts verwendet. Derartige ‚Einladungen‘ knackt der Profi innerhalb von Sekunden.



Die häufigsten Passwort-Sünden des Jahres 2021

Platz 1: 123456

Platz 2: 123456789

Platz 3: 12345678

Ohne Worte! Nicht ganz. Das schlechte Passwort, das am vierthäufigsten verwendet wurde, lautet „Passwort“. Wortwörtlich.

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Erstmals überholt TikTok Google 2021 bei den Seitenaufrufen

Platz da, Google!

Unglaublich, aber wahr: 2021 hat TikTok Google vom Thron gestoßen. Zumindest in Sachen Seitenaufrufe. Cloudfare listet jährlich die beliebtesten Domains. 2020 noch auf Platz 7, ist TikTok 2021 der unbestrittene Platz 1. Sicherlich auch ein Pandemie-Profiteur, denn in tristen Zeiten verlangt es den Menschen nach lustigen, nachdenklichen, herzergreifenden und – letztlich – unterhaltsamen Videos, inklusive Soundtrack.


Die Top-Webseiten 2021

1.           TikTok.com

2.           Google.com

3.           Facebook.com

4.           Microsoft.com

5.           Apple.com

6.           Amazon.com

7.           Netflix.com

8.           YouTube.com

9.           Twitter.com

10.         WhatsApp.com

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Corona und Crypto

Hashtags sind das Schmieröl der Kommunikation auf sozialen Netzwerken wie Twitter, Instagram, TikTok, LinkedIn & Co. Jede Plattform hat seine eigenen Regeln, aber eins gilt für alle: #Hastags steigern Auffindbar- und Sichtbarkeit und damit auch das so wichtige Engagement der Community.


Die Top 10 der Hashtags auf Twitter

1             #corona

2             #bitcoin

3             #laschet

4             #impfung

5             #cdu

6             #btw21

7             #nft

8             #twitch

9             #berlin

10          #merkel


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Tolle Tweets teilen

Oder auch Neudeutsch: retweeten. Wer die meisten Retweets verzeichnen konnte? Drei politische Forderungen machen im Superwahl-, Corona- und Fußballjahr 2021 das Rennen.

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Youtuber Rezo meldet sich zur Bundestagswahl wieder zu Wort



Am häufigsten geteilte Tweets 2021

1.           YouTuber und Polit-Influencer Rezo

2.           Brief an die Bundesregierung vom Twitter-Nutzer René Engel

3.           Kevin Albrecht mit seinem Aufruf Farben der Regenbogenflagge zum EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn zu tragen

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What’s hot im Hier und Jetzt?

Was wird wo genau jetzt gesucht? Trend-Suchen sind die „hot topics“ des Augenblicks: Abrufbar in Echtzeit und nach Regionen filterbar. Bei sinnvoller Nutzung können sie wertvolle Informationen für Marketing und Suchmaschinenoptimierung liefern. So kann man beispielsweise die „content freshness“ der eigenen Inhalte überprüfen und alte Inhalte gegebenenfalls aktualisieren. Auch ein Rädchen im großen SEO-Getriebe.

Was hier und jetzt heiß ist, findet man hier. Was 2021 heiß war hier:


Meistgesuchten Begriffe bei Google

1.           EM 2021

2.           Bundestagswahl 2021

3.           Corona

4.           Bundesliga

5.           Olympia


Häufigste Schlagzeilen Suchbegriffe 2021

1.           Bundestagswahl 2021

2.           Corona

3.           Zapfenstreich Merkel

4.           Afghanistan

5.           Israel

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Wieso, weshalb, warum?

Besonders beliebte und häufige Longtail-Suchen sind Fragen. Die Suchenden wollen wissen, wie etwas funktioniert oder warum etwas so ist, wie es ist. Antworten finden Sie dann meist, häufig, manchmal auf Google.



Warum-Fragen

1.           Warum geht Whatsapp nicht?

2.           Warum trägt Rüdiger eine Maske?

3.           Warum ist Dieter Bohlen nicht mehr bei DSDS?

4.           Warum geht Roblox nicht?

5.           Warum ist der Himmel gelb?

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Zwei Trends sind stärker als einer: Spieleplaltform Roblox trifft auf Netflix Serien-Hype Squid Game


Was-Fragen

1.           Was kostet ein PCR-Test?

2.           Was ist das Kuba-Syndrom?

3.           Was ist mit Whatsapp los?

4.           Was ist 2G plus?

5.           Was bedeutet rawr?


Wie-Fragen

1.           Wie lange ist ein Schnelltest gültig?

2.           Wie alt ist die Queen?

3.           Wie lange dauert ein PCR-Test?

4.           Wie alt ist Thomas Gottschalk?

5.           Wie alt ist Helene Fischer?

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Auf der Meta-Ebene

Im Metaverse hat sich 2021 einiges getan. Hier aber mal die Highlight-Themen der Social-Media-Plattformen nach Unternehmensaussage.

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Top Themen auf Facebook und Instagram (in no particular order / in keiner bestimmten Reihenfolge)

•             Bundestagswahl

•             Fußball (EM und DFB Pokal)

•             Corona und impfen

•             Umweltschutz

•             Der Berliner Flughafen

•             LGBTIQ+.

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Bewegtbild des kleinen Mannes

Ob im Blog-Post, Social-Media-Kommentar oder Group-Chat: GIFs (gifs oder jifs?) sind das Next-Level-Emoji der lockeren Kommunikation. Auch wenn unter 30-jährige dem Trend wohl bereits abschwören. Die Plattform Giphy listet die Top-Favoriten aus 2021.

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Baby Yoda tanzt sich auf Platz 10 der Giphy-Charts 2021


Die 10 beliebtesten GIFs des Jahres

1.           Langeweile bei The Office

2.           Der müde Kater Tom

3.           Schock beim British Bake off

4.           Trauriger Pikachu

5.           Zwinkerer von Agnes Harkness (ein Disney+-Serien Charakter)

6.           „Happy Birthday“ von Peppa Pig

7.           The Weekend beim Superbowl

8.           Daphne Bridgerton

9.           Tanzendes Küken

10.         Happy Baby Yoda

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Was denken Sie? Sind diese Listen spannend, interessant, nützlich oder schlicht amüsant?

Welche Top-Listen fehlen? Welche würden Sie sich wünschen? Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Kommentare.

Der (goldene) Herbst ist da! Auch wenn von einem Sommerloch in diesem Jahr nicht zu sprechen war, verspürt man doch, dass sich die Welt zum Jahresende hin ein wenig schneller dreht. Eine Zusammenfassung unserer Highlights aus dem Oktober findet ihr hier. Es wird tragisch, nostalgisch, zukunftsträchtig und am Ende sogar ein bisschen religiös – viel Spaß beim Lesen! 

Machtmissbrauch bei der „Bild“ – der Skandal um Julian Reichelt  

Wir beginnen unser News-Round-Up mit einer Meldung, die in der zweiten Oktoberhälfte die internationale Medienwelt erschüttert hat. Julian Reichelt, Chefredakteur und Aushängeschild der „Bild“-Zeitung, hat seine Machtposition gegenüber hierarchisch ihm untergestellten Frauen ausgenutzt und wird daher von Axel Springer SE seiner Aufgaben entbunden. Das ist ein schwerer Schlag für das Springer-Imperium. Im März schien das Thema nach einem überstandenen Compliance-Verfahren bereits aus der Welt geschaffen und man widmete sich der weiteren Expansion Springers. Im Juni kaufte der Medienkonzern das amerikanische Medienunternehmen Politico für eine Rekordsumme von schätzungsweise mindestens 630 Millionen Euro, um weiter in den amerikanischen Markt vorzudringen. Ironischerweise war es dann einige Monate später insbesondere ein Artikel der New York Times, der offenlegte, dass das Verfahren vom März einige Lücken offenließ.  

Im Fall Reichelt geht es um viel mehr als einen Mann, der „Privates und Berufliches nicht klar trennt“, wie es Springer selbst herunterzuspielen versucht. Es wird uns vor Augen geführt, dass die Medienwelt in Deutschland nach wie von hierarchischen und männerdominierten Machtstrukturen geprägt ist, die es mit Entschlossenheit aufzubrechen gilt. Eine sehr lohnenswerte Lektüre zu diesem Thema hat die inzwischen leider verstorbene Bettina Gaus geliefert: Fall Julian Reichelt: Die Entmündigung der Frau – Kolumne – DER SPIEGEL. Die deutsche Medienlandschaft verliert mit Gaus eine ihrer treffsichersten Kolumnistinnen. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen! Ob die Causa Reichelt einen Kurswechsel der „Bild“ nach sich ziehen wird, bleibt abzuwarten. Eine interessante Einschätzung dazu haben Mats Schönauer und Moritz Tschermak abgegeben: Was wird aus “Bild” nach Julian Reichelt? – Medien – SZ.de (sueddeutsche.de) 

Happy Birthday, iPod! 

„With iPod, listening to music will never be the same again“, so beschrieb Steve Jobs den iPod zum Release am 23. Oktober 2001. Und tatsächlich führte Apple mit den iPod ein revolutionäres Produkt ein. Zwar klingen aus heutiger Perspektive 5 Gigabyte Speicher und ein Kaufpreis von knapp 1000 Mark nicht gerade verlockend, doch darf man die rasante Entwicklung der vergangenen 20 Jahre nicht außer Acht lassen. Der iPod hat unsere Art Musik zu konsumieren nachhaltig verändert und das Streaming-Zeitalter angestoßen.  

Die Innovation des iPods ist unmittelbar mit dem Apple-Co-Founder und jahrelangem CEO Steve Jobs verbunden. Fast genau zehn Jahre nach Veröffentlichung des ersten iPods unterlag der Visionär seinem Kampf gegen den Krebs am 5. Oktober 2011. Direkt nach seinem Ableben begannen Spekulationen um die Zukunft Apples. Steve Jobs sei unersetzbar, hieß es von vielen. Der von Jobs zu seinem Nachfolger auserkorene Tim Cook strafte seine Kritiker*innen Lügen. Apple war in den vergangenen 10 Jahren extrem erfolgreich und verkauft aktuell so viele Geräte und Dienstleistungen wie nie zuvor. Dass der iPod in der heutigen Produktwelt keine Rolle mehr spielt, ist Teil der Erfolgsgeschichte des wertvollsten Unternehmens der Welt. Es zeigt, dass Innovation bei Apple immer an erster Stelle steht oder um es in den Worten von Steve Jobs zu sagen: „Just figure out what’s next.“ 

Metaverse – Was plant Mark Zuckerberg da? 

Der Facebook-Konzern heißt jetzt Meta und verfolgt damit kein geringeres Ziel, als den Nachfolger des mobilen Internets zu schaffen. Der Begriff „Metaverse“ stammt aus der Science-Fiction-Literatur und beschreibt ein digitales Paralleluniversum, innerhalb dessen Menschen miteinander interagieren, beruflich wie privat. Das Metaverse soll im Unterschied zum Internet nicht nur von außen betrachtet, sondern mittels Avataren aktiv betreten und gestaltet werden. Virtual- und Augmented Reality-Technologien werden bei der Umsetzung dieses Ziels also eine große Rolle spielen. Viel mehr ist über Konkretes noch nicht bekannt, außer dass es sehr teuer wird. Schon in diesem Jahr investiert der Konzern 10 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung, Tendenz steigend. Damit verbunden sollen allein in Europa 10.000 Arbeitsplätze geschaffen werden.  

Was führte die Meta-Spitzen, allen voran Mark Zuckerberg, zu diesem Schritt? Die Vermutung liegt nahe, dass Facebook im Angesichte der anhaltenden Kritik die Flucht nach vorne wagt. Umfragen zeigen, dass Facebook in Sachen Reputation von den anderen Tech-Riesen Google, Microsoft und Apple inzwischen deutlich abgehängt wurde. Zu viele Skandale gab und gibt es rund um den Konzern. Man denke etwa an die jüngsten Enthüllungen der Whistleblowerin Frances Haugen. Ob auf der Connect 2021 tatsächlich ein „fundamentaler Wandel“ (Mark Zuckerberg) eingeläutet wurde oder hier doch nur versucht wird eine Parallelwelt zu schaffen, um aus der ungemütlichen echten Welt zu fliehen, wird die Zukunft zeigen. Im Roman Snow Crash von Neal Stephenson, in dem der Begriff „Metaverse“ zum ersten Mal verwendet wurde, gehen mit diesem jedenfalls äußerst dystopische Zustände einher. Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen…  

Gott, Gott* oder Gott+? 

Was für manch einen wie Tippfehler aussehen mag, ist tatsächlich ein Vorschlag der Katholischen jungen Gemeinde und gleichsam das abschließende Thema unseres Round-Ups. Gendergerechte Sprache ist ein allgegenwärtiges Thema, das auch die Kirchen erreicht. Das Gottesbild des alten weißen Mannes mit langem Bart ist alles andere als divers oder inklusiv. Ob des anhaltenden Einflusses der Institution Kirche ist ein Nachdenken über den sensibilisierten Gebrauch von Sprache daher zu begrüßen. Gendergerechte Sprache ist sicherlich keine Lösung per se, doch trägt sie zu einem stärkeren Bewusstsein für bestehende Ungerechtigkeit bei. Und Bewusstsein ist ja bekanntlich der erste Schritt zur Veränderung. Sollte Allmächtiges existieren, so wird es sicherlich nicht erzürnt darüber sein, wenn wir es statt Gott, Gott* oder Gott+ nennen.  

In diesem Sinne wünschen wir euch einen guten Start in den November. Auch an grauen Tagen versorgen wir euch selbstverständlich weiterhin mit tagesaktuellen News zu den Themen Technologie, Klimawandel, Wirtschaft, Kommunikation sowie Gott+ und die Welt auf LinkedIn.  

Na gut, vermutlich haben die oben genannten Themen für das Weltgeschehen nicht exakt die gleiche Relevanz. Beginnen wir zum lockeren Einstieg also mit unserem Geburtstag und widmen uns später Themen wie dem Klimaschutz. Die Münchner Dependance von Firefly Communications feierte am 21. September 2021 ihr 20-jähriges Bestehen. Da ich von dieser Reise nur einen sehr kleinen Teil selbst mitbestritten habe, kann ich, ohne in Eigenlob zu verfallen, sagen, dass ich von der schieren Zahl und dem damit verbundenen Einsatz und Engagement von so vielen verschiedenen Personen sehr beeindruckt bin. In diesem Sinne Happy Birthday, Firefly München!

Klimaschutz: Das wird richtig teuer! 

Weniger beeindruckt, sondern vielmehr erschrocken, war ich von den Meldungen zum Klimawandel in diesem Monat. Hier nur zwei Beispiele unter vielen: Bilder vom brennenden Amazonas-Regenwald haben sich bereits fest in das kollektive Gedächtnis eingebrannt, doch noch nicht zu handfesten Gegenmaßnahmen geführt. Das ist umso fataler, da auch Afrikas Regenwälder schwinden, allein am berühmten Kilimandscharo in den vergangenen 140 Jahren um 50 Prozent! Auch der von der EU im September veröffentliche Ocean State Report 5 zum Zustand der Meere ist mehr als nur alarmierend.

Klar ist, dass zum Erreichen der Klimaziele massive Investitionen von Nöten sind. Doch hinkt Deutschland in diesem Punkt stark hinterher. Laut einer aktuellen Studie von Forum For A New Economy und Agora Energiewende beläuft sich der öffentliche Finanzbedarf um bis 2045 klimaneutral zu sein in Deutschland allein bis 2030 auf 460 Milliarden Euro. Die Studie ist auf newforum.org verfügbar. Von diesen Summen sind wir sowohl in Deutschland als auch in der Welt noch weit entfernt, unter anderem weil unzählige Milliarden in Projekte wie den Weltraumtourismus fließen: „Inspiration 4“ schreibt Geschichte. An anderer Stelle hatten wir schon über die Höhenflüge von Branson und Bezos berichtet.

IAA Mobility: Mobilitätswende oder Greenwashing? 

Im Zeichen der Klimakrise stand auch die diesjährige IAA Mobility in München. Die Automobilhersteller wollten eine klare Botschaft senden: Autofahren und Klimaschutz sind miteinander vereinbar. Und obwohl der Branchenverband VDA ein positives Fazit zieht, gilt es doch festzuhalten, dass nicht bei allen Besucher*innen die erwünschte Botschaft angekommen ist. Tausende demonstrierten in München gegen das von den Automobilherstellern angeblich betriebene Greenwashing. Ohne in dieser Debatte Stellung zu beziehen, kann man doch sagen, dass der Traum vom klimaschützenden Fahren nur dann Realität werden kann, wenn noch in diesem Jahrzehnt die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Ähnliches gilt im Übrigen für den zweiten großen Traum in der Mobilitätsbranche: das autonome Fahren.  

Aufbruch?

Es gibt also alle Hände voll zu tun und all das wird eine Menge Geld kosten. Ob für die Transformationen der Zukunft eher milliardenschwere Weltraumtouristen oder mittelständische Ostseeurlauber bezahlen, wird vielleicht schon in dieser Woche unter den aktuellen Königsmachern besprochen. Denn genau, es waren ja auch Wahlen. Bei aller berechtigen inhaltlichen Kritik, sei an dieser Stelle zur Abwechslung auf zwei positive Aspekte dieser Bundestagswahl hingewiesen. Erstens wird die Regierungsbildung in jedem Fall unter Parteien vollzogen, die die Grundprinzipien der Demokratie achten. Eine Tatsache, die in diesen Tagen leider nicht mehr selbstverständlich und damit bemerkenswert ist. Zweitens sind die Spekulationen um Angela Merkels 17. Neujahrsansprache und der damit verbundene Frust über langwierige und ergebnisarme Konsolidierungsgespräche zwar nachvollziehbar, doch ist Demokratie ihrer Natur gemäß langsam und das ist auch gut so!

Man siehe andere politische Systeme, in denen Eliten ohne dieses verzögernde Element agieren können. Trotz allem wird das Bekenntnis zur Demokratie allein nicht genügen, um die großen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen. Es wird auf innovative Ideen und den notwendigen Mut zu deren Umsetzung ankommen. In diesem Zusammenhang noch eine letzte Lektüreempfehlung, die sich mit der Frage auseinandersetzt, wie sich Digitalisierung und Klimaschutz zusammendenken lassen: Klimaschutz durch digitale Technologien.  

Tagesaktuelle News rund um die Themen Technologie, Klima, Wirtschaft und Kommunikation findet ihr bei uns auf LinkedIn

So langsam ist der Sommer vorbei. Moment – hatten wir überhaupt Sommer in Deutschland? Mir jedenfalls fiel es schwer, in den letzten Wochen zwischen den zahlreichen Regentagen auch ein paar Sonnenstrahlen zu entdecken. Wenigstens gab es in der Tech-Branche einige News, die uns an den grauen Tagen Ablenkung boten. Hier kommt unsere Zusammenfassung der Nachrichten aus Technologie und Kommunikation im August – Datenschutz und Streaming lagen dabei ganz vorne.

Staycation bei Regenwetter – Unterhaltung bitte

Streaming-Anbieter haben die Art und Weise, wie wir Serien oder Filme ansehen vollkommen verändert. Wir nutzen Handy, Tablet, Smart TV und PC, um uns durch das riesige Angebot an Klassikern und neuen Produktionen zu schauen.

In der Branche holt der neue Anbieter Disney+ auf. Von April bis Juni dieses Jahres wurde mit 12,4 Millionen neuen Abonnenten ein unerwartet starker Anstieg der Nutzerzahlen erreicht. Mit insgesamt 116 Millionen Abonnenten liegt Disney+ nun auf Platz 3 der größten Streaming-Anbieter hinter Amazon Prime (150 Millionen Nutzer) und Netflix (209 Millionen Nutzer). Einen Überblick über weitere Streaming-Dienste gibt es auf t3n.

Dauerthema Datenschutz und mal wieder Kritik an Apple

Wir sind in einem Zeitalter angekommen, in dem wir unsere Mobiltelefone für eine Vielzahl alltäglicher Interaktionen nutzen: Wir bestellen etwas zu essen, bezahlen an der Supermarktkasse, tracken unsere sportlichen Erfolge und sogar unsere Stimmung. Für all diese Aktionen teilen wir schon routinemäßig unsere Daten. Wir hinterlegen Namen, Adresse, Zahlungsdaten, Alter und mehr in Apps und auf Websites – ohne immer so ganz genau zu wissen, wo diese Daten überhaupt gespeichert werden. Diese Frage beschäftigt dann aber doch den ein oder anderen. So ist auch Datenschutz fast jeden Monat Thema im Kommunikationssektor: Erst im Mai haben wir über Datenschutzprobleme bei der App Luca gesprochen, im Januar und im März waren die neuen Nutzungsbedingungen von WhatsApp Thema und im Dezember stand Apple im Rampenlicht.

Diesen Monat hat es Apple wieder geschafft, die Schlagzeilen mit Datenschutzbedenken zu füllen. Das Unternehmen hat ein neues System zum Schutz vor Kindesmissbrauch angekündigt. Bilder, die in den iCloud-Speicher hochgeladen werden und Missbrauch zeigen, sollen künftig automatisch erkannt werden. Doch die Kritik, damit Behörden die Möglichkeit zu geben, Zugriff auf private Inhalte zu erlangen, ließ nicht lange auf sich warten. Die ZEIT erklärt die Hintergründe. Auf it-daily.net gibt Datenschutzexperte Detlef Schmuck, Einblick, wohin dieser erste Schritt führen könnte.

Das waren unsere Highlights im August. Folgt uns gerne auf LinkedIn für tägliche Updates zu den Themen Technologie, Klima, Wirtschaft und Kommunikation.

In diesem Monat wurden die meisten Nachrichten von der schrecklichen Flutkatastrophe überschattet, die Mitte Juli durch Dauer- und Starkregen ganze Ortschaften zerstörte und viele Menschen das Leben kostete (z. B. SWR und Tagesschau). Durch das Hochwasser rückten der Klimawandel und seine Folgen wieder ins Zentrum der politischen Debatte. Können solche Katastrophen künftig noch verhindert werden? Und wenn ja, wie? Wie kann sich Deutschland besser gegen Extremwetter wappnen? Welche Schritte sind nötig, um dem Klimawandel entgegenzuwirken? Mit diesen Fragen müssen sich Politik und Gesellschaft auseinandersetzen und schnellstmöglich Lösungswege finden und Maßnahmen ergreifen.

Gestresst, überlastet und ausgebeutet – Die Erde würde uns keine gute Bewertung hinterlassen

Ein weiteres Warnsignal ist der Earth Overshoot Day oder auch Erdüberlastungstag, also der Tag, an dem die Menschheit alle natürlichen Ressourcen des Planeten für das Jahr aufgebraucht hat. Dieser ist im Vergleich zum Jahr 2020 drei Wochen nach vorne gerückt und ist damit wieder genauso früh wie 2019. Corona hatte also nur einen kurzfristigen Einfluss (mehr auf UmweltDialog). Das neue Klimapaket „Fit for 55“ der EU, das im Juli vorgestellt wurde, könnte ein wichtiger Schritt sein, den Overshoot Day wieder in die andere Richtung zu bewegen. Zunächst müssen die insgesamt zwölf Gesetzesvorschläge allerdings unter den Mitgliedsstaaten und dem EU-Parlament diskutiert werden. Und das könnte dauern. Auf Tagesschau gibt es weitere Informationen.

Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter?

Unterdessen lieferten sich die Milliardäre Jeff Bezos und Richard Branson ein Rennen ums Weltall – nicht gerade ein klimafreundlicher Zeitvertreib. Der Brite Branson war der Erste. Am 11. Juli flog er mit seinem Raumschiff „VSS Unity“ des Unternehmens Virigin Galactic auf 86 Kilometer und konnte für drei Minuten Schwerelosigkeit genießen. Mit an Bord waren 5 weitere Passagier:innen.

Bezos brach nur 9 Tage später mit seiner Crew auf und flog mit der „New Shepard“ auf über 100 Kilometer Höhe. Auch das 4-köpfige Gespann konnte sich für einige Minuten der Schwerelosigkeit hingeben. Sicher ein spektakuläres Gefühl mit fantastischer Aussicht, doch ob es den Preis wert war (ein:e anonyme:r Bieter:in hatte für Bezos Flug 28 Millionen US-Dollar gezahlt), ist eine berechtigte Frage. Denn das Geld hätte sicher auf der Erde z. B. in Umwelt- und Klimaschutz investiert werden können, anstatt mit touristischen Stippvisiten im All unnötig CO2 zu produzieren. Das beschäftigte auch einige Journalist:innen etwa bei der Süddeutschen Zeitung, Deutschlandfunk oder SWR. Währenddessen heckt allerdings ein dritter Milliardär schon Pläne zur Marsbesiedelung aus… 

Verwechslungsgefahr im Autopiloten

Auch auf der Erde hat Musk großen Einfluss. Erstmals hat er mit seinem Unternehmen Tesla einen Quartalsgewinn von mehr als einer Milliarde Dollar eingefahren. Zudem lieferte Tesla 201.304 E-Autos aus und stellte 206.421 Stück her – ein Rekord seit Firmengründung. T3n berichtet. Dennoch läuft auch bei Tesla nicht immer alles so, wie es soll. Ein Tesla-Fahrer machte Musk per Twitter auf einen skurrilen Fehler aufmerksam. Der Autopilot seines Fahrzeugs hielt den Mond für eine gelbe Ampel. Vermutlich nichts, was der Visionär gerne hört. Die ganze Story gibt es auf Golem.

Es läuft! Sorry, doch nicht

Leider bekam auch der digitale Kampf gegen Corona in diesem Monat wieder einen Dämpfer. Das Handelsblatt hatte Sicherheitslücken im Online-Portal der Apotheken zur Ausstellung der Corona-Impfzertifikate aufgedeckt. Zwei IT-Sicherheitsexperten ist es innerhalb von 48 Stunden gelungen, auf das Portal zuzugreifen und Zertifikate zu erstellen – ohne Prüfung der tatsächlichen Impfung versteht sich. So war erstmal Schluss, bis das Problem behoben werden konnte.

Schluss ist ein gutes Stichwort, denn das war es auch schon wieder von meiner Seite. Solltet ihr noch hungrig nach weiteren Nachrichten aus dem Juli sein, besucht uns gerne auf LinkedIn und scrollt euch durch die Timeline. Dort findet ihr täglich News zu den Themen Technologie, Klima, Wirtschaft und Kommunikation.

Büro und Messen, wir kommen

Die ersten sechs Monate dieses Jahres sind wie im Flug vergangen. Oder könnt ihr glauben, dass 2021 schon zur Hälfte vorbei ist? Bei den vielen Nachrichten und Entwicklungen, ist es ein Leichtes, mal kurz den Überblick zu verlieren. Wie jeden Monat haben wir für euch die Nachrichten aus der Technologie- und Kommunikationsbranche zusammengefasst. Ältere Monatsrückblicke und weitere spannende Themen findet ihr auf unserem Blog.

Die Rückkehr ins Büro – oder doch nicht?

Mit dem Juni endet die Homeoffice-Pflicht in Deutschland. Bedeutet das, dass jetzt alle Unternehmen wieder in ein Arbeitsleben wie vor der Pandemie zurückkehren? Die tagesschau hat zehn DAX-Unternehmen zu ihren Plänen befragt und es zeigt sich eine starke Tendenz zu flexiblen und hybriden Arbeitsmodellen. Dies entspricht dem Wunsch der meisten Arbeitnehmer*innen. Die Ergebnisse einer Studie der Krankenkasse DAK Bayern zeigen, dass 90 Prozent der Arbeitnehmer*innen im Freistaat mindestens ein Viertel ihrer Arbeitszeit weiterhin von zu Hause aus arbeiten wollen.

Und auch die großen Tech-Unternehmen planen ihre künftige Arbeitsweise. So bietet Facebook allen Mitarbeiter*innen die Option von zuhause aus zu arbeiten, mehr dazu auf Handelsblatt. Apple hingegen fordert seine Mitarbeiter*innen an bestimmten Tagen ins Office ein – nicht zur allgemeinen Freude dieser, golem berichtet. Bei SAP zeigt sich ein gegensätzliches Bild. Hier dürfen die Mitarbeiter*innen ab sofort zu 100 % selbst entscheiden, wo sie arbeiten wollen.

Stell Dir vor, es ist Messe, und keiner geht hin

Mit den Lockerungen der Corona-Regelungen nimmt auch die Tech-Branche langsam wieder Fahrt auf. Wie langsam jedoch, das hat der Mobile World Congress Ende Juni in Barcelona gezeigt. Die Messe zählt zu den wichtigsten im Bereich Mobilfunk und startete trotz zahlreicher Absagen großer Aussteller, verzeichnete jedoch nur wenig Fachbesucher*innen. Statt der üblichen 100.000 Besucher*innen, kamen dieses Jahr nicht einmal 30.000 zusammen. Auch die Verschiebung von Winter auf Sommer war nicht vorteilhaft. Denn so fielen die Bekanntgaben von Produktneuheiten weitgehend aus. Heise hat die Highlights zusammengefasst.

Sind die niedrigen Besucherzahlen eine Prognose für die im Herbst geplanten Messen? Bisher sind 160 Messen für die zweite Jahreshälfte geplant (WiWo).

Wir feiern Innovationen

Ob mit den Dance Moves von Spot, Burgern mit Zellfleisch von Future Meat (ab 2022) oder autonomen Rennen in virtueller Umgebung. Wir verfolgen die Entwicklungen der Tech- und Kommunikationsbranche und halten euch auf dem Laufendem. Folgt uns gerne auf LinkedIn für tägliche Updates.

Der Mai endet mit einem langersehnten Wetterhoch! Nach dem langen Coronawinter war auch der Frühling nicht gerade mit Sonnenschein gesegnet. Ganze 22 Regentage und im Schnitt 2 Grad zu kühl (BR). Doch genug davon, denn der Sommer steht vor der Tür und der Mai hatte neben Regenwetter auch einiges spannendes zu bieten. Hier kommt eine Zusammenfassung der relevantesten Meldungen aus der Tech-Welt.

Die Luca-App

Es klang so schön: eine App für die digitale Kontaktverfolgung. Anders als bei der Corona-Warn-App kann man sich mit Luca an einem Ort direkt über einen QR-Code einchecken. Die Daten werden verschlüsselt und an das zuständige Gesundheitsamt übermittelt und gelesen. Wird eine Infektion gemeldet, werden Nutzer, die ebenfalls vor Ort waren, automatisch benachrichtigt. So das Prinzip. Im Mai hagelte es allerdings (erneut – siehe z. B. Handelsblatt) Kritik für die Betreiber, zuletzt vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Das BSI schätzt „das Angriffs-Szenario einer Code-Injection über das Luca-System abhängig von der konkreten Einsatzumgebung als plausibel ein“. Die Schwachstelle, die das angebundene Gesundheitsamt lahmlegen könnte, wurde inzwischen geschlossen. Die App bleibt dennoch bei Datenschützern umstritten, wie heise.de berichtet.

Chip-Mangel

Die Nachfrage nach Halbleitern ist ungebrochen hoch. Besonders die Elektronikbrachen und die Automobilindustrie benötigen die Chips zur Produktion von Geräten und Fahrzeugen. Die Pandemie, Naturkatastrophen und ein Brand sorgten dafür, dass die ohnehin schon ausgelasteten Fabriken, zum Stillstand kamen und die geforderten Mengen nicht länger liefern konnten. Nun fehlen sie überall, auch in den neuen Produktionsstandorten. Denn aufgrund des Chip-Mangels können die so sehr benötigten Fertigungsmaschinen nicht hergestellt werden. Capital liefert weitere Insights und einen Ausblick auf das, was uns noch erwartet.

Bitcoin – yes or no?

Die einen steigen aus, die anderen steigen ein. Während Tesla Chef Elon Musk ankündigte, aufgrund des hohen Energieverbrauchs beim Mining der Kryptowährung künftig auf den Handel und die Bezahlung mit Bitcoin zu verzichten (manager magazin), zeigt sich Ebay CEO, Jamie Iannone, offen für Zahlungen mit Kryptowährung (t3n). Nach dieser Ankündigung stieg die Aktie des Online-Marktplatzes um gute vier Prozent. Auch Musks Statement sorgte für Bewegung: sein Tweet brachte den Bitcoin-Preis abrupt zum Absturz  (Wiwo). Hier zeigt sich mal wieder der Einfluss des milliardenschweren Visionärs.

Null Bock auf digital

Corona verpasste Deutschland einen Digitalisierungsschub, der in vielen Bereichen bitter nötig war. Doch offensichtlich reicht das noch nicht aus. Der Digital Sentiment Survey 2021, eine Umfrage von McKinsey, untersuchte das digitale Nutzungsverhalten von Verbrauchern im letzten halben Jahr. Die Ergebnisse zeigen, dass wir im europäischen Vergleich gemeinsam mit der Schweiz zu den Schlusslichtern bei der Nutzung von digitalen Angeboten zählen. Natürlich wurden auch hierzulande in den letzten sechs Monaten (gezwungener Maßen) mehr digitale Möglichkeiten wahrgenommen, doch sehnen sich die Deutschen stark nach physischer Nähe und ihren bevorzugten analogen Kanälen. Das könnte daran liegen, dass die digitalen Erfahrungen noch nicht so ausgereift sind, wie in anderen Ländern und auch an dem hohen Datenschutzbedürfnis. Zahlen und Fakten liefert t3n.

Das wars auch schon wieder. Genießt den Juni und die Sonne, sofern sie denn scheint. Um bis zum nächsten News Roundup auf dem Laufenden in Sachen Tech-News, Reputationsmanagement und Kommunikation zu bleiben, folgt uns gerne auf LinkedIn.

Hannover Messe, Pressefreiheit und Pinkygate

Der April erwartete uns mit einer Mischung aus Frost und Sonnenschein – typisches Aprilwetter eben. Mit den steigenden Temperaturen hat auch der Optimismus im Land zugenommen wie eine Umfrage des Opaschowski Instituts für Zukunftsfragen zeigt. Trotz der inzwischen über ein Jahr andauernden Pandemie und ihren Folgen, blickt die deutsche Bevölkerung zunehmend positiv in die Zukunft.

Wie jeden Monat haben wir die wichtigsten Nachrichten aus der Technologie- und Kommunikationsbranche im April zusammengefasst.

Hannover Messe – ab sofort immer digital?

Die Hannover Messe stellt als internationale Leitmesse einen der wichtigsten Branchentreffs für die Industrie dar. So wurde vor zehn Jahren das Konzept Industrie 4.0 erstmals auf der Hannover Messe vorgestellt. Seitdem hat sich die deutsche Industrie stark entwickelt und die Zukunftsgedanken von damals sind Realität geworden. Auf der diesjährigen rein digitalen Messe hat die Branche neue Visionen vorgestellt.

Die Online-Veranstaltung zählte rund 90.000 Teilnehmer und 1.800 Aussteller. Zum Vergleich: In den vergangenen Jahren zeigten um die 6.000 Unternehmen ihre Produkte und Lösungen. Für 2022 ist aktuell ein hybrides Modell der Hannover Messe geplant. Denn trotz eins positiven Fazits der Veranstalter, kann eine „virtuelle Messe die Magie einer physischen Veranstaltung nicht ersetzen“. Alle Details dazu gibt es auf der Webseite – hier sind zudem die Beiträge on demand verfügbar.

Pressefreiheit mit Füßen getreten

Die Pandemie begleitet unseren Alltag nun seit über einem Jahr und ist leider allzu oft Auslöser schlechter Nachrichten. So auch in Hinblick auf die Pressefreiheit. Weltweit wird diese durch die Krise eingeschränkt und Journalist*innen im Einsatz fürchten Auseinandersetzungen. Darauf macht die Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen aufmerksam. Auch Deutschland wurde in der Bewertung von gut auf zufriedenstellend herabgestuft. Es wurden zahlreiche Journalist*innen Opfer von Gewalt, meist im Rahmen von Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen. Auf ntv schildern mehrere Reporter*innen ihre Erfahrungen.

Ein anderes Beispiel der Pressefreiheit lieferte Jan Böhmermann mit seiner scharfen Kritik an den Boulevardmedien. In seiner Sendung beschuldigt er die Verlage Burda, Bauer, Funke, Alles Gute Verlag und Klambt mit Lügen und menschenfeindlichen Geschichten unter dem Deckmandel der Pressefreiheit Geschäfte zu machen. Mit seinem eigenen Klatschblatt Freizeit Magazin Royale – ganz im Stil der kritisierten Illustrierten – macht er auf den Wert journalistischer Arbeit aufmerksam. In den Artikel offenbart er die ominösen Geschäftspraktiken der Verlegerinnen und Verleger. Die Satireaktion gibt es im ZDF Magazin Royale zum Nachschauen. Habt ihr eines der 500.000 Exemplare ergattern können?

#pinkygate – Falsche Kommunikation und ihre Folgen

An Pinkygate ist im April wahrscheinlich niemand vorbeigekommen. Zwei Gründer erhielten in der Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“ ein Angebot für ein Investment. Jedoch haben sie damit unerwartet gleich mehrere Debatten gestartet – Gleichberechtigung im Gründertum und nachhaltige Menstruation machen dabei nur den Anfang. Denn während zwei Gründerinnen zuvor in der Show kein Investment für nachhaltige Periodenunterwäsche erhalten haben, fand sich für den pinken Plastikhandschuh ein Investor. Die Kritik erreichte die Gründer in zahlreichen Posts auf Social Media. Unter anderem bezogen auch Unternehmen wie IKEA Stellung. Inzwischen ist das Produkt vom Markt, die angeheizte Diskussion jedoch noch lange nicht beendet. Neben den politischen Debatten fällt vor allem eines auf: Kommunikation kann der Schlüssel zu einem erfolgreichen Produkt sein. Doch genauso führt schlechte Kommunikation zu Misserfolg. Mehr dazu, was hier schief gelaufen ist, auf Horizont.

Wie immer behalten wir Entwicklungen und Nachrichten der Tech- und Kommunikationsbranche im Auge und fassen für euch das Wichtigste zusammen. Für tagesaktuelle Meldungen folgt uns auf LinkedIn. Wir freuen uns über Kommentare und Anregungen.

Die Pandemie hat vor allem die Reise- und Tourismusbranche hart getroffen. Durch den Wegfall der meisten Reisemöglichkeiten stand die Branche vor einem Geschäftsausfall von mehr als 70 %. Auch Airbnb konnte mit seiner touristischen Buchungsplattform kaum noch Umsatz machen. Daher war es nicht verwunderlich, dass das Unternehmen seine Performance-Marketing-Aktivitäten um mehr als 50 % zurückgefahren hat. Interessant ist aber, dass Brian Chesky, der Co-Founder und CEO von Airbnb, kürzlich bekannt gab, dass die jährlichen Ausgaben für Marketingmaßnahmen wohl „niemals“ mehr das Niveau von vor der Pandemie erreichen werden.

Er erklärte weiter: „Die Pandemie hat uns gezeigt, dass wir unsere Marketingmaßnahmen auf null herunterfahren und immer noch 95 Prozent des Traffics vom Vorjahr erreichen können. Diese Lektion werden wir nicht vergessen.“
Airbnb plant deshalb, die Ausgaben weg vom Performance Marketing und hin zum Brand Marketing zu verlagern, wobei der Schwerpunkt auf der klassischen Pressearbeit liegen wird. Während des Earning Calls des Unternehmens sagte Brian Chesky, dass diese neue „Full-Funnel-Marketingstrategie“ sehr wichtig für die Unternehmensgeschichte sei.

Bei näherer Betrachtung der kommunizierten Zahlen, erkenne ich, dass es keine leichtfertig getroffene Entscheidung ist. Zudem wird es weiterhin ein Budget für Performance Marketing geben – nur eben ein wesentlich kleines. Aber es stellt sich mir auch die Frage, ist diese Marketingstrategie etwas, dass für jedes Unternehmen erfolgreich umsetzbar ist? Denn dieser Schritt ist sicher mutig, doch mit einer derart hohen Markenbekanntheit im Rücken, die den Webseiten-Traffic mittreibt, fällt es AirBnB auch leichter, diese Entscheidung zu treffen.

Ist Markenkommunikation für jeden sinnvoll?

Um das zu beantworten, muss man verstehen, was die neue Strategie konkret verändert. Wurde vorher viel auf Conversion optimiert, konzentrieren sich die neuen Kommunikationsziele jetzt auf das Reputationsmanagement. Die Problemlösung für die Kunden rückt in den Vordergrund und auch das Vermitteln des Markenversprechens. Das Unternehmen möchte, dass potenzielle Gastgeber und Gäste die Vorteile verstehen und wissen, was Airbnb ausmacht. Damit wird der Fokus vom reinen Abverkauf auf die Markenkommunikation gelegt.

Dies ist nicht nur eine Strategie für Marken mit hoher Bekanntheit. Am Ende gilt es, den richtigen Marketing-Mix anzuwenden, um die eigenen Ziele zu unterstützen. Dabei führt Public Relations eben zu mehr als nur Webseitenbesuchern. Sie ist ein Werkzeug, das dabei unterstützt, über die Marke aufzuklären, zu informieren und die Unternehmensreputation zu formen. Richtig umgesetzt, schaffen Unternehmen nicht nur eine kommerzielle, sondern auch eine emotionale Bindung an die Marke.
Airbnb hat das verstanden.

Marketingmix und -ziele regelmäßig überprüfen

Es ist wichtig, regelmäßig seinen Marketingmix neu zu bewerten und seine Marketingziele an Veränderungen anzupassen. Die Pandemie hat das Verhalten aller verändert. Fragen Sie sich: Habe ich ein klares Verständnis davon, was diese Verhaltensweisen und Überzeugungen sind? Wie kann ich die Kommunikation an dieses Verständnis anpassen?
Das European Journal of Social Psychology gibt an, dass es zwischen 18 und 254 Tagen dauern kann, bis sich eine neue Gewohnheit herausbildet, und durchschnittlich 66 Tage, bis diese Gewohnheit zu einem automatischen Verhalten wird. Wir können mit Sicherheit sagen, dass wir sehr lange Zeiträume mit erheblichen staatlichen Einschränkungen erlebt haben, was bedeutet, dass sich unsere Routinen verändert haben. Die Art und Weise, wie wir alle leben und arbeiten, wird nie wieder so werden wie früher, also muss sich auch Ihre Marketingstrategie ändern.

Dabei geht es nicht nur darum, ein besseres Verständnis für Ihre Zielgruppen zu erlangen – es geht darum, Ihre Kommunikation auf dieses „nächste Normal“ auszurichten.

Denken Sie aber daran, dass es immer wieder Veränderungen um die Ecke kommen können. Das Schöne an der Entscheidung von Airbnb ist, dass sie ihre Marketingstrategie flexibel gestalten und einen Mix aus verschiedenen Taktiken beibehalten haben, der jederzeit  angepasst werden kann.

Ist es an der Zeit, Ihre Reputation zu formen?

Wir arbeiten aus London, Paris und München und sind Teil eines weltweiten Netzwerks ähnlich denkender Partneragenturen.

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