De-Influencing

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Megan Dennison

Megan Dennison

Gefährdet der Social-Media-Trend die Reputation?

Vermutlich haben sich alle aktiven Social-Media-Nutzer:innen unter uns schon mal einer Empfehlung von Influencer:innen hingegeben. Egal ob es ein Amazon Gadget, ein leckeres neues Rezept oder ein Dekorationsutensil ist. Influencer:innen beeinflussen die Kaufentscheidungen vieler Menschen – unabhängig vom Alter.

Influencer Marketing wächst seit Jahren. 2021 betrug das Budget, welches Unternehmen in Influencer Marketing investieren, weltweit knapp 14 Milliarden Dollar. Zwei Jahre zuvor, war es noch rund die Hälfte. Und allein für Deutschland sollen es 2023 rund 607,60 Millionen Euro betragen. Bei all dem positiven Einfluss den Influencer:innen dabei auf die Reputation haben, stellt sich doch die Frage, was passiert, wenn diese Art Marketing doch noch scheitert? Der neue De-Influencing Trend könnte die perfekte Fassade erstmals bröckeln lassen.

Neuer Trend De-Influencing: Savanna Boda, Kate - Ex-Flugbegleiterin und Sophia Giuffré kritisieren Produkte bei TikTok.
Neuer Trend De-Influencing: Savanna Boda, Kate - Ex-Flugbegleiterin und Sophia Giuffré kritisieren Produkte bei TikTok.
Bild:  Screenshot

Was ist De-Influencing?

Dieser neue Trend geht durch die Decke und zielt darauf ab, übermäßigen (Produkt-)Konsum zu bekämpfen, der von Influencer:innen angetrieben wurde. Social-Media-Nutzer:innen wollen mit ihren Posts die Wahrheit über Produkte aufdecken, die Verbraucher:innen durch sie gekauft haben.

Bei der aktuellen Wirtschaftslage haben nicht nur Verbraucher:innen sondern auch Unternehmen mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Entlassungen dominieren nach wie vor die Schlagzeilen und rücken den Fokus auf die Entscheidungen, die Führungskräfte treffen – welche dann von Mitarbeitenden und der ganzen Öffentlichkeit kritisch beäugt werden. Die De-Influencer-Bewegung soll Konsument:innen „die richtigen Informationen“ geben, die sie brauchen, um Kaufentscheidungen besser fällen zu können. Die Gesellschaft sehnt sich nach mehr Authentizität und in Zeiten von Kündigungswellen ist keine Marke und kein Unternehmen sicher vor einem schlechten Ruf. Die Jury ist streng und verschont niemanden – eine starke Reputation ist also wichtiger denn je.

So auch Marina Mansour, Vizepräsidentin und Gründungsmitglied von Kyra, einem globalen Unternehmen für die Erstellung und Vermarktung von Inhalten gegenüber DW:

"Authentizität ist besonders wichtig, wenn es um die Interaktion zwischen Influencern und ihren Fans auf TikTok geht. Deinfluencing ist eine Reaktion der Fans auf Influencer, bei denen die Ehrlichkeit und Transparenz fehlt, für die die Plattform so gefeiert wird. Dieses Gefühl hat sich zum Trend #deinfluencing entwickelt."

Marina Mansour, Vizepräsidentin und Gründungsmitglied von Kyra

Der Einfluss auf die Reputation

Influencer Marketing gehört mittlerweile zu den erfolgreichsten Maßnahmen, vor allem in B2B-Marketingstrategien. Auf Plattformen wie TikTok bewerben kommerzielle Influencer:innen die Produkte und anschließend können diese Inhalte beispielsweise auf LinkedIn wiederverwendet werden. In jedem Fall ist es wichtig zu wissen, wer die eigene Zielgruppe ist und vor allem auf dieser Basis die passenden Influencer:innen auszuwählen. Partnerschaften mit den „falschen“ Influencer:innen schädigen die Glaubwürdigkeit der Marke und ruinieren die Reputation.

Natürlich ist die De-Influencing-Bewegung nicht völlig frei von Kritik ist – doch sie hat einen wichtigen Stein ins Rollen gebracht:

Für Kaufentscheidungen sollten wir uns Zeit nehmen und insgesamt versuchen, bewusster zu leben.

Während also Konsument:innen oder Investor:innen versuchen sollten, Entscheidung umfassend zu überdenken – unabhängig davon ob es der Kauf eines T-Shirts oder die Investition in ein neues KI-Produkt ist – müssen Unternehmen darauf achten, Botschaften so präzise wie möglich zu formulieren und diese dann mithilfe des wirkungsvollsten Kanals zu kommunizieren. Unternehmen, die mit Transparenz und Ehrlichkeit bei eigenen Produkten oder deren Marketing arbeiten, müssen sich auch nicht vor dem De-Influencer Trend fürchten.

De-Influencing für den eigenen Erfolg

Für Führungskräfte in der Kommunikationsbranche ist es daher wichtig, vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen – wenn wir diesen Trend nicht im Einzelnen, sondern die Reputation eines Unternehmens als Ganzes betrachten. Dieses Vertrauen beeinflusst alle Facetten des Unternehmens, nicht nur des Verkaufs. Ein Unternehmen kann sich inzwischen hinter keiner Mauer mehr verstecken, um der Kritik zu entkommen. Deshalb sollte die gesamte Reputationsarbeit- und Strategie in erster Linie auf Transparenz, Authentizität und Vertrauen abzielen.

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