Die 7 Todsünden europaweiter PR

Die 7 Todsünden europaweiter PR

Judith Hente

Judith Hente

Mit insgesamt 51 Länder und 23 offiziellen Sprachen wäre es ein fataler Trugschluss, davon auszugehen, dass PR in Europa einheitlich funktioniert. Sogar innerhalb eines Landes gibt es verschiedene Nuancen, denen Beachtung geschenkt werden muss, um Fauxpas zu vermeiden. Auch wenn wir gerne als europäisches PR-Team agieren, wird man immer mit Vorurteilen und kulturellen Unterschieden konfrontiert, deren Ursprung zum Teil schon Jahrhunderte zurückliegt. Der Grund dafür ist, dass wir es als PR-Agentur nicht nur mit 23 Sprachen zu tun haben – sondern auch mit 50 verschiedenen Kulturen.

Firefly hat bereits in insgesamt 35 verschiedenen Ländern erfolgreich Kampagnen durchgeführt. Das entspricht 35 spannenden Herausforderungen mit anderen Kulturen und sich rapide ändernden Medienlandschaften, alle angetrieben durch die Präsenz der sozialen Netzwerke: Stillstand auf dieser Ebene gilt deshalb als ausgeschriebener PR-Tod.

Um solche Fallen zu umgehen, haben wir eine Liste erstellt, welcher bei der Erarbeitung von europaweiten PR-Kampagnen Beachtung geschenkt werden sollte.

1. PR auf Knopfdruck

Um das meiste aus Ihren PR-Investitionen herauszuholen, sollten Sie versuchen so wenig Agenturen wie möglich nach dem Prinzip „nur dann, wenn ich Sie brauche“ zu beschäftigen. Wenn Agenturen ad hoc eingesetzt werden, verpassen Sie womöglich gute Hijacking-Möglichkeiten. Zudem fokussiert sich die Agentur so eher auf andere Kunden und wenn sie dann wieder für Sie zum Einsatz kommen soll, kann sie kaum die Leistung bringen, die Sie sich versprechen. Es ist deshalb besser, mit den lokalen Agenturen auf Ratainer-Basis zusammen zu arbeiten, damit Sie ein stetiges Hintergrundrauschen erzeugen. Ein unregelmäßiger Auftritt wirkt aus Sicht der Medien so, als fehle es an Engagement für die Region – wenn man sich überhaupt an Sie erinnert!

2. Ignorieren gesetzlicher Feiertage

Worüber sich der Arbeitnehmer freut, kann schnell zum Leid der PR-Agentur werden. Gesetzliche Feiertage verdienen besondere Aufmerksamkeit in Bezug auf jegliche PR-Planung, denn sie fallen nicht immer auf einen bestimmten Tag und können auch innerhalb eines Landes variieren. So hat Bayern im Vergleich zu anderen deutschen Bundesländern circa vier zusätzliche Feiertage. In Frankreich ist es typisch, dass Feiertage auf einen Dienstag oder Donnerstag fallen. So nutzen viele Journalisten zusätzlich Montag oder Freitag als Brückentage. Es ist deshalb wichtig, diesen Unterschieden Beachtung zu schenken, wenn Sie in verschiedenen Regionen erfolgreich sein wollen. Darüber hinaus sollte darauf geachtet werden, dass jegliche Kommunikation während der Sommer Monate etwas zäh ist, da viele Agenturen vor allem im August eher spärlich besetzt sind.

3. Die Hauptstadt ist auch die Medienhauptstadt

Jein. Nicht jede europäische Hauptstadt ist auch Fokus des Mediengeschehens. In Deutschland gibt es beispielsweise mehrere medienrelevante Städte. München beherbergt hauptsächlich die IT, Hamburg ist die Heimat vieler Lifestyle-Publikationen, Frankfurt agiert als Dach der Wirtschaft und Börse und Köln ist die Top-Adresse, wenn es um Rundfunk geht. All dies muss beachtet werden, wenn Sie Events, Pressetouren und Treffen mit Ihren Geschäftsführern planen.

4. Voreilige Verallgemeinerung digitaler Präferenzen

Machen Sie nicht den Fehler und scheren Sie die digitalen Habits der europäischen Länder über einen Kamm. Wussten Sie beispielsweise, dass Twitter in Spanien wesentlich populärer ist als in Deutschland? Hier zu Lande sind Menschen vorsichtiger bezüglich der Dinge, die sie über ihr Privatleben in den sozialen Netzwerken preisgeben.

5. Falsches Time-Management

Genügend Bearbeitungszeit für Übersetzung und Pre-Pitching ist essentiell für den Erfolg von pan-europäischen PR-Kampagnen. Beispielsweise ergibt es wenig Sinn die Meldung einer US-Firma auf Englisch zu veröffentlichen, wenn diese nicht zeitgleich in nicht-englischsprachigen Ländern veröffentlicht werden kann. „Old News“ sind bei länderübergreifenden Releases jedoch nicht die einzige Stolperfalle: verschiedene Zeitzonen können bei kurzfristigem Handlungsbedarf ebenso ein Problem darstellen. Wird eine Mitteilung um 9 Uhr morgens PST veröffentlicht, ist es bereits später Nachmittag in Europa. Wenn Sie Ihren europäischen Agenturen nicht ermöglichen den Beitrag schon früher zu veröffentlichen, kann es sein, dass die Resultate stark darunter leiden.

6. Schwache Kommunikation

Ein Telefonat im Monat ist nicht ausreichend um sicher zu stellen, dass Ihr PR-Team genau auf Sie abgestimmt ist. Nutzen Sie regelmäßige Conference Calls um Briefings zu geben, besonders, wenn Sie mit einem großen europäischen Netzwerk zusammenarbeiten. Ziehen Sie in Erwägung auch andere mediale Kanäle zu nutzen, wie zum Beispiel instant Messanger oder File Sharing. So erhalten Sie zeitnahes Feedback von Ihren jeweiligen Vertretern vor Ort. Google Docs ist unserer Meinung nach ein File-Sharing-Tool, welches vor allem für die PR sehr vielfältige Möglichkeiten bietet.

7. Unzureichende Unterstützung eines Teams

Es ist wichtig sich Zeit zu nehmen, um die lokalen Medien-Landschaften und die verschiedenen Industrien in den jeweiligen Regionen zu verstehen. Sie sollten zudem die Expertise und Meinung der dort ansässigen Experten konsultieren um Ihr PR-Vorgehen abzustimmen, denn niemand kann von Ihnen erwarten, dass Sie jedes Detail über Europa wissen. Obwohl es offensichtlich erscheint, sollte dennoch betont werden, dass das lokale PR-Team die Vorlieben und Eigenheiten der jeweiligen Medien und Journalisten am besten kennt. Aus diesem Grund sollte man ihre Erfahrung und Intuition bei Entscheidungen berücksichtigen.

 

Firefly verfügt über drei europäische Büros in London, Paris und München sowie über ein umfassendes Netzwerk an sorgfältig ausgewählten Partnern aus weiteren europäischen Ländern (sowie Amerika, Australien und dem Fernen Osten).

 

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