PR-Arbeit in Deutschland

PR-Arbeit in Deutschland

Judith Hente

Judith Hente

Erst neulich hatten wir ein englisches Webinar darüber, wie man am besten Coverage in einer digitalen Medienwelt erreicht. Dabei wurde immer wieder betont, dass Print-Medien immer mehr von den Online-Medien verdrängt werden. Unsere englischen und französischen Kollegen konnten uns das direkt bestätigen. Doch gilt dies auch für Deutschland? Um diese Frage zu beantworten folgt ein Überblick über die PR-Arbeit in Deutschland und was man beachten muss, um mit seiner Pressemitteilung die meisten Journalisten zu erreichen.

Die Deutschen – pünktlich, laut, direkt?

Wer sich mit PR in Deutschland beschäftigt muss erstmal wissen, mit wem er es zu tun hat.  Die Deutschen gelten als gründlich, diskutierfreudig und vielfältig. Ihre Pünktlichkeit, ihre technische Kompetenz und Verlässlichkeit sind weit über die Landesgrenzen bekannt. Autos sowie Ingenieurskunst made in Germany sind weltweit beliebt. Die deutsche Medienlandschaft hingegen erscheint auf den ersten Blick kompliziert und undurchsichtig. Wer sich aber mit der deutschen Medienkultur auseinander setzt, der wird bald merken, dass dies nicht der Fall sein muss – vorausgesetzt man hält sich an ein paar einfache Regeln.

Der Medienmarkt – wo steht Deutschland?

An keinem anderen Ort der Welt gibt es in derart geballter Form so viele Medien. Laut dem Bundesverband deutscher Zeitungsverleger steht Deutschland weltweit gesehen an fünfter Stelle. Darüber hinaus hat Deutschland den größten Printmarkt in Europa mit aktuell ungefähr 1600 Zeitschriften und insgesamt 333 Tageszeitungen. Diese Zeitungen im Print-Format werden von 41,1 Millionen Deutschen regelmäßig gelesen. Aber auch die Angebote der Zeitungen im Internet finden bei momentan 35,5 Millionen Unique Usern über 14 Jahren regen Anklang. Dazu kommen noch 10 Millionen Nutzer, die sich über eine Smartphone- / Tablet-App oder auch eine mobile Website bei Zeitungsverlagen auf dem Laufenden halten. Hier lässt sich schon eine erste Tendenz in Richtung Online-Medien erkennen. Jedoch erreichten Zeitungen in gedruckter Form, laut der Zeitungs Marketing Gesellschaft (ZMG) im Jahr 2016, 62,3 % der deutschen Bevölkerung und führten somit gegenüber den reinen digitalen Zeitungen mit 57,3 % immer noch das Rennen an. Will man also ein möglichst großes Publikum erreichen, so stellt man am besten Inhalte für beide Medien bereit.

Wie erreicht man am besten Journalisten?

Der klassische Weg, Journalisten zu erreichen, ist es eine Pressemitteilung zu schreiben, eine Vor-Ort-Recherche durchzuführen oder den Kontakt mit Hilfe persönlicher Gespräche oder E-Mails herzustellen. Durch den digitalen Wandel stehen heutzutage jedoch viel mehr Wege offen. Gerade die jüngere Generation der Journalisten nutzt neben den genannten Wegen, gerne die digitalen, wie Soziale Medien und Blogs. Besonders häufig verwenden sie Facebook, YouTube, Twitter und Xing.  Somit ist es ratsam, Inhalte auch über diese Kanäle zu verbreiten. Die Social-Journalism-Studie 2016 von Cision zeigt, dass die Nutzung sozialer Medien bei deutschen Journalisten gestiegen ist und über die Hälfte davon überzeugt sind, dass diese ihre berufliche Rolle grundlegend verändert haben.

Doch nicht nur die Art, wie man Journalisten erreicht hat sich durch den digitalen Wandel geändert, sondern auch, was Journalisten benötigen, um Inhalte, wie Pressemitteilungen aufnehmen und veröffentlichen zu können. So zeigt eine Studie von newsaktuell, dass Inhalte mit Audio-Datei eine 140 Prozent größere Chance haben aufgenommen zu werden im Vergleich zur reinen Text-Pressemitteilung. Eine Pressemitteilung mit Bildern und Grafiken hingegen eine 180 Prozent höhere Chance und Videoinhalte sogar um 308 Prozent eher aufgenommen werden im Gegensatz zu reinen Textmeldungen.

Verdrängen nun Online-Medien die Print-Medien?

Dazu nur ein ganz klares nein. Gerade Zeitungen und Magazine werden immer noch lieber im Print-Format gelesen, wie auch das große Angebot beweist – alleine für den Reitsport gibt es ca. 60 Magazine in Deutschland. Viele Betreiber von Online-Medien können auch rein aus finanziellen Gründen nicht auf das Print-Medium verzichten. Dieses bringt durch, z.B. die Anzeigenschaltung mehr ein, als Werbung im Internet. Einige Print-Medien verzichten aus diesem Grund sogar gänzlich auf eine Online-Publikation. Dennoch ist es wichtig sich nicht nur auf eine Form zu beschränken, denn gerade die jüngere Generation greift immer mehr auf Online-Angebote zurück. Laut einer Studie der ZMG lesen bereits 70 Prozent der 14- bis 29-Jährigen Zeitungen bevorzugt online. Für die PR gilt es somit, den Medien Material zur Verfügung zu stellen, dass sowohl online als auch offline verwendbar ist – die reine Text-Pressemitteilung genügt schon lange nicht mehr.

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