Soll ich eine Geschichte erzählen? Ja bitte, aber schnell!

Soll ich eine Geschichte erzählen? Ja bitte, aber schnell!

Claire Walker

Claire Walker

Wir alle haben diesen einen Freund, der nicht zum Punkt kommt. Seine Geschichte ist einfach viel zu lang. Wir haben auch alle schon Posts gelesen – oder wohl eher überfolgen, in denen sich eine Beschwerde an die nächste reiht oder ohne Sinn und Zweck geschwafelt wird.

Die traurige Wahrheit ist leider, dass niemand an einer Story so interessiert ist, wie der Erzähler selbst. Erschwerend kommt hinzu, dass Menschen in der Regel schnell gelangweilt sind.

Doch egal, wer wir sind oder was wir tun, wir sind alle Geschichtenerzähler oder Neudeutsch Storyteller – und jeder von uns erzählt seine Geschichten mit einem bestimmten Maß an Brillanz oder Einfallslosigkeit.

Deshalb stellt sich die Frage, wie man für sich selbst und auch für sein Unternehmen zu einem guten Storyteller wird.

Geschichten sind kein Content. Niemand würde sagen: „Ja bitte, erzähl mir alles über deinen Content.“ Geschichten sind auch keine Anekdoten. Sie handeln von Anstrengungen, Veränderungen und Aufgaben. Die besten Stories schmeicheln dem Erzähler dabei aber nicht.

Geschichten müssen gleichermaßen Relevanz (für die Person oder das Unternehmen) und Interesse (der Zielgruppe) verbinden. Geschichten sind nicht bis zum Abwinken mit Keywords, Jargon oder Nichtigkeiten gefüllt. Sie leben von Spannung, Verführung oder Intrigen. Sie brauchen immer eine Prise Leidenschaft und müssen authentisch sein.

Eine gute Geschichte überzeugt und unterhält. Sie ist lehrreich, berührt uns und kann uns dazu bewegen, unsere Einstellung zu ändern.

Aufgrund unserer Arbeit wurde ich eingeladen, bei einem Workshop der General Assemb.ly über die Kraft des Storytellings für Unternehmen zu sprechen. Während meiner Vorbereitung habe ich intensiv über Geschichten nachgedacht, alte wiederbelebt – sie waren immer noch relevant und ansprechend – und viele neue Geschichten kennengelernt.

Hier sind meine sechs Top-Tipps, mit denen Sie die eigenen Storytelling Skills verbessern können:

Denken Sie an KISS – Keep It Simple, Stupid. Wie würden Sie Ihrer Oma die Geschichte erzählen? Sie muss so einfach sein, dass man sie leicht lesen oder hören kann, sie leicht versteht und sie sich leicht merken kann. Es ist immer einfacher, sich etwas Kurzes zu merken. Reden Sie nicht länger als 150 Sekunden und fassen Sie sich auch beim Schreiben kurz. Die Richtlinie sind etwa 250 Wörter. Wenn es länger wird, riskieren Sie, dass Leute das Interesse verlieren.

Merken Sie sich STAR – Sie denken vielleicht, dass STAR für Situation, Task, Action und Results steht. Das ist in der Tat ein logischer Ansatz, eine Geschichte aufzubauen. Ich bin aber davon überzeugt, dass es noch besser ist, dem Prinzip „Something They’ll Always Remember“ zu folgen. Eine gute Geschichte muss aus der Masse hervorstechen.

LESEN Sie – Sie wollen wissen, wie man eine gute Geschichte erzählt? Lesen Sie, wie andere Menschen ihre Geschichten erzählen. Egal ob Poesie, Roman, Journalismus oder Film – es ist spannend, herauszufinden, welche Formen und Strukturen Autoren nutzen. Überlegen Sie, warum und wie Menschen Geschichten erzählen. Into The Woods: How Stories Work and Why We Tell Them von John Yorke ist ein gutes Buch, um mehr darüber zu erfahren.

Versuchen Sie zu LEHREN – Gutes Storytelling sollte überzeugend, unterhaltsam und informativ sein. Es sollte den Zuhörern etwas Neues vermitteln und einen Zweck haben. Wenn Ihre Geschichte Menschen etwas Neues beibringen kann, werden Sie zuhören, verstehen und sich merken wollen, was Sie sagen. Vielleicht können Sie mit Ihrer Geschichte sogar ihre Meinung ändern.

BESCHEIDENHEIT wirkt – In Geschichten geht es meistens darum, einen Konflikt zu lösen oder für etwas zu kämpfen. Sie sollten aber niemals Eigenwerbung sein oder dem Erzähler schmeicheln. Das Publikum sollte Sie zwar kennen und Ihnen vertrauen, dennoch sollte sich nicht alles um Sie drehen. Geschichten handeln nicht nur von großem Triumph – es zählt Menschlichkeit. Erzählen Sie Ihren Zuhörern oder Lesern etwas Interessantes und langweilen Sie sie nicht damit, wie toll Sie sind.

Kreativität zählt – Eine interessante Geschichte geht Hand in Hand mit Kreativität. Spielen Sie mit Form, Struktur und damit, wie Sie im Allgemeinen Geschichten erzählen. Stellen Sie sicher, dass die Geschichte relevant für Ihre Zuhörer ist, aber haben Sie keine Angst davor, sie interessant zu gestalten. Sie erzählen sie schließlich aus einem Grund! Wenn die Geschichte nicht interessant ist, wird Ihnen auch niemand zuhören.

Wir alle müssen stetig daran arbeiten, unsere Fähigkeiten, Geschichten zu erzählen, genauer zu verstehen und zu verbessern. Großen Unternehmen und erfolgreichen PR- und Kommunikationskampagnen liegen überzeugende und einprägsame Geschichten zu Grunde. Manchmal kann es ein bisschen dauern, bis die Geschichte passt. Sie sollten aber immer weiter an Ihren Storytelling Skills arbeiten. Es lohnt sich!

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch verfügbar.

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