Sprache schafft Realität

Sprache schafft Realität

Carina Eckl

Carina Eckl

Zum Pride Month

Sprache ist etwas, das die Wissenschaften seit Jahrtausenden beschäftigt. Warum gibt es Sprache? Wenn man es herunterbricht: Damit Menschen sich verständigen können. Sprache verändert sich. Warum? Weil Menschen sich verändern. Kommunikation ist ein integraler Bestandteil des Menschseins und ein mächtiges Instrument, um die Realität zu beschreiben, aber auch, sie zu formen.

In der Pressearbeit wird Sprache natürlich hauptsächlich dafür genutzt, die Vorteile und Erfolge von Produkten, Marken und Unternehmen sichtbar zu machen – ihnen den extra „spark“ zu geben. Warum sollte sich die Kommunikationsbranche dann mit gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen, wenn kein offensichtlicher Zusammenhang zwischen Produkt/Marke und dem gesellschaftlichen Thema besteht?

Realität mitgestalten

Genauso wie Menschen und Sprache sich verändern, verändert sich auch die Gesellschaft. Und damit auch die Kundschaft – an dieser Stelle könnte man lang und breit ausführen, dass mit der LGTBQ+-Community ein moderner, großer Markt erschlossen werden kann. Aber ein Spotlight in der Öffentlichkeit zu haben bringt Verantwortung und Einfluss mit sich – und dieses Privileg sollte man nutzen.

Ein Beispiel: Ein Unternehmen beschäftigt sich das ganze Jahr lang nicht mit der LGTBQ+-Community. Im Juni ist Pride Month, also eine gute Gelegenheit, um speziell diese Community in den Fokus zu stellen und als Kund:innen anzuwerben. Natürlich ist ein Monat Sichtbarkeit besser als gar keine Sichtbarkeit, aber wir leben im Zeitalter der Authentizität und diese Strategie ist alles andere als authentisch. So werden Kund:innen weder nachhaltig noch langfristig an ein Unternehmen gebunden, wenn man es rein aus der unternehmerischen Sicht sehen möchte. Zudem verpasst man durch dieses Vorgehen die Chance, die Realität, in der wir leben, durch Kommunikation mitzugestalten.

Diversität ist mehr als ein Trend

Ein Unternehmen, das sich langfristig um Inklusion bemüht, beispielsweise durch Gendern und die Erstellung von inklusivem, diversem Content trägt dazu bei, eine inklusive, diverse Realität zu schaffen. Auch aus der Sichtweise von Employer Branding macht es viel mehr Sinn, Inklusion ganzheitlich zu denken, da es viel mehr Menschen gibt, die sich als queer identifizieren, als öffentlich sichtbar ist. Ein Unternehmen, das authentisch und inklusiv agiert, geht in Richtung Zukunft, anstatt an antiquierten Vorstellungen festzuhalten, wie Dinge funktionieren.

In Zeiten, in denen kreative Berufe Angst davor haben, von KI ersetzt zu werden, ist es umso wichtiger, den „menschlichen“ Blick auf Dinge nicht zu verlieren und hochzuhalten. Die Menschheit ist divers. Unsere Gesellschaft ist divers. Deshalb sollte es auch unsere Art, zu kommunizieren und zu handeln sein. Unternehmen würden nie öffentlich kommunizieren, dass sie Menschen ausschließen – Warum sollten sie das also tun, indem sie Inklusion und Diversität nur als Trend betrachten?

Teile diese Geschichte:

Read more from the blog

Krisenkommunikation braucht eine gute Strategie, um auf potentielle Ereignisse vorbereitet zu sein.
Kommunikation

Richtig kommunizieren in der Krise – ein Leitfaden

Naturkatastrophen, Entlassungswellen, Cyberattacken – kein Unternehmen ist vor Krisen gefeit. Und wer noch an seine Unverwundbarkeit geglaubt hat, wurde spätestens durch Covid eines Besseren belehrt. Krisen und Skandale sind schlecht fürs Geschäft. Neben dem finanziellen Schaden steht auch die Reputation eines Unternehmens auf dem Spiel. Hier kommt die Kommunikation ins Spiel. Ein Unternehmen kann noch […] ...Weiterlesen

Michaela Gramolla
Michaela Gramolla
Kommunikation

David vs. Goliath: Wie kleine Unternehmen mit PR punkten können

PR kann für jedes Unternehmen, unabhängig von seiner Größe, ein entscheidendes und wichtiges Instrument des Marketings und der Markenführung sein. Insbesondere kleine Unternehmen fühlen sich im Wettbewerb mit größeren Konkurrenten oft unterlegen. ...Weiterlesen

Rebecca Glock
Rebecca Glock
Ethics

Evolution der Chatbots

Durch die Art und Weise, wie Chatbots aussehen und mit uns sprechen, akzeptieren wir unbewusst die Personalisierung der Software. Die Verwendung von Sprache für menschliche Handlungen führt zu einer zunehmenden Anthropomorphisierung der KI in unseren Alltagsgesprächen. ...Weiterlesen

Rebecca Glock
Rebecca Glock

Einen Kommentar hinzufügen

Time limit exceeded. Please complete the captcha once again.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Ist es an der Zeit, Ihre Reputation zu formen?

Wir arbeiten aus London, Paris und München und sind Teil eines weltweiten Netzwerks ähnlich denkender Partneragenturen.

Kontaktieren sie uns

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie Meinungsartikel von unserem Führungsteam, interessante Branchennachrichten und hilfreiche Guides, um Ihre Kommunikation zu verbessern.

Sie können sich jederzeit wieder abmelden. Für weitere Details, lesen Sie bitte unsere Datenschutzerklärung