Der Aufbau einer krisensicheren Reputation

Die wirtschaftliche Lage derzeit, ist nicht die, die wir uns immer erträumt haben. Angesichts einer Inflation, die seit über 70 Jahren nicht mehr so hoch war wie jetzt, sind sich viele Unternehmen sehr unsicher über ihre Zukunft. Sogar einige der größten Tech-Unternehmen weltweit, kämpfen mit den momentanen wirtschaftlichen Turbulenzen. Meta beispielsweise mussten 13% ihrer Belegschaft kündigen, aber auch andere müssen den Personalbestand reduzieren.

Doch auch wenn wir uns gerade in schwierigen Zeiten befinden, die Pflege der Reputation Ihres Unternehmens ist weiterhin essenziell. Denn ein guter Ruf sorgt dafür, dass Menschen Ihrer Marke treu bleiben und auch Ihre Stakeholder auf Ihrer Seite sind, selbst wenn die Umstände ungemütlich werden.

Alle Unternehmen, die es erfolgreich durch die Pandemie geschafft haben, haben eine Sache gemeinsam: sie haben sowohl intern als auch extern stets großen Wert auf den Ruf ihres Unternehmens gelegt.

Hier sind ein paar Aspekte, denen Sie Aufmerksamkeit schenken sollten, wenn Sie eine starke Reputation aufbauen wollen:

Interessengruppen einbinden

Manifestieren Sie ihre Reputationsarbeit in Ihre Unternehmenskultur, damit wirklich alle Mitwirkenden, die große Bedeutung davon verinnerlicht haben. Denn die Reputation bezieht sich auf das komplette Unternehmen und ist nicht nur Teil der Unternehmensspitze. In der IT-Abteilung wäre es beispielsweise der sichere Schutz der Vermögenswerte des Unternehmens. Denn Verbraucher:innen wollen auf keinen Fall, dass ihre Daten an Dritte weitergegeben werden. Für die Personalabteilung ist es auf der anderen Seite wichtig als gute Arbeitgebende angesehen zu werden.

Stechen Sie hervor

Nicht jedes Unternehmen kann wie Tesla oder Meta sein – das bedeutet aber nicht, dass Sie nicht rausstechen können. Fast alle Unternehmen haben etwas Besonderes, über das gesprochen werden sollte. Finden Sie heraus, was Ihre Besonderheit ist, und nutzen Sie sie, um sich mit Ihren Mitarbeitenden und Kund:innen zu verbinden. Eine innovative, widerstandsfähige und agile Reputation, hilft dabei Interessensgruppen miteinzubeziehen und gegenüber Aktionär:innen einen „Halo-Effekt“ erzeugen.

Ganzheitliche Reputation

Ihre internen Stakeholder sind natürlich wichtig, aber für eine ganzheitliche Reputation müssen Sie Alle Interessengruppen im Blick haben. Wenn Sie sich mit Ihrem Ruf im Allgemeinen auseinandersetzen, müssen Sie alle wichtigen Aspekte berücksichtigen: Ihre Führungskräfte, Ihren Presseauftritt, ihre Teilnahme an relevanten Gesprächen und viele andere Dinge können sich auf Ihren Ruf auswirken. Es gibt so viele Anlaufstellen und Sie sollten sich mit jeder einzelnen davon befassen.

Blicken Sie über den Tellerrand hinaus

Es ist entscheidend, dass Sie in Ihre Mitarbeitenden, Lieferant:innen, Kund:innen oder Dritte investieren und es wird sich auf lange Sicht auszahlen. Zusätzlich sollten Sie Ihre internen Richtlinien prüfen, ebenso die Ihrer Partner:innen. Es ist zwar mühsam, stellt aber sicher, dass Sie gut aufgestellt sind. Handlungen sagen nun mal mehr als Worte, deshalb sollten Sie veraltete Strukturen ersetzen oder Partnerschaften, die nicht mehr mit den Werten Ihres Unternehmens übereinstimmen oder Ihrer Reputation zu Schaden kommen könnte, beenden.

Lektion in PR-Messaging: Alles eine Frage der Balance

Der sogenannte ‘Shock Value’ wird in Filmen und Serien dazu genutzt starke Reaktionen bei den Zuschauer:innen zu erzeugen. Nur die Herangehensweisen unterscheiden sich hier je nach Genre. Bei Horrorfilmen funktioniert es über die bekannten Schockmomente oder brutal gestaltete Szenen. In romantischen Komödien vielleicht durch einen herzzerreisende Plot Twists. Bei immer mehr (Streaming-)Serien, wie zum Beispiel ‘House Of The Dragon’ (ich freue mich jede Woche auf die neue Folge!) ist der Shock Value meist die Sprache selbst. Bezeichnend: Eine harte, ungeschminkte Wortwahl und die häufige Verwendung von besonders drastischen Schimpfwörtern.

Bei der Nutzung von Schimpfwörtern scheiden sich seit jeher die Geister, manche nutzen sie wie selbstverständlich in ihrem Wortschatz, andere eben nicht. Aber die übermäßige Verwendung von beispielsweise sexistischen Schimpfworten kann meiner Meinung nach auch ein Drehbuch entwerten. Wenn man derartige Begriffe gelegentlich einstreut, werden die Dialoge vielleicht etwas pikanter, aber wenn man sie regelmäßig nutzt, verlieren sie ihren Schockwert und nerven nur noch.

Warum rede ich darüber? Kommunikationsprofis sind Meister der Worte – wir entscheiden bewußt wie, wann und wo wir welche Begriffe verwenden und was wir damit ausdrücken wollen. Es ist wichtig, große, kraftvolle Worte zu verwenden, damit die Menschen aufhorchen, aber es bedarf einer sorgfältigen Balance, um eine Wirkung zu erzielen.

Die Botschaften auf den Punkt bringen

Es ist wichtig, sich mit Ihrer Botschaft und Ihren Key-Messages zu befassen, denn nur so wählen Sie auch die richtigen Worte, um die Beschreibung Ihres Unternehmens prägnant auf den Punkt zu bringen und eine einheitliche Tonalität und Charakteristik des Unternehmens zu schaffen – letztlich Ihre Corporate Language. Und die kluge Wortwahl ist der Unterschied zwischen dem Einschalten Ihres ‘Publikums’ und dem Abschalten oder, schlimmer noch, der aktiven Abneigung gegen Sie (das will niemand!).

Der Ausgangspunkt für jedes Unternehmen ist die Wettbewerbsanalyse und deren Unternehmenssprache. Stellen Sie sich dann folgende Fragen:

  • Heben wir uns ab?
  • Sind wir über unsere digitalen Kanäle hinweg konsistent? (Lesen Sie unseren Blog und finden Sie heraus wie Sie TikTok und LinkedIn in Ihre Unternehmenskommunikation integrieren können)
  • Beschreiben unsere Mitarbeitenden unser Unternehmen einheitlich?
  • Passen Wortwahl, Stil und Ton zu unserem Unternehmen?
  • Machen wir einen guten Eindruck und nehmen Kund:innen uns positiv wahr?

Auf das Wesentliche reduzieren

Das Messaging, von dem ich hier spreche, gilt für Ihre Kommunikation – nicht für Werbung. Denken Sie daran, dass Sie keinen Slogan erstellen, sondern Ihr Unternehmen klar und prägnant beschreiben wollen. Am besten ist es, dies zunächst in drei Sätzen zu formulieren – was tut Ihr Unternehmen (und für wen), warum ist es anders und welche Vorteile bringt es Ihren Kund:innen? Ihre Antworten auf diese Fragen sind der Grundpfeiler für Ihre Botschaft. Es lohnt sich also, Zeit darauf zu verwenden und Begriffe sowie Satzstruktur sorgfältig auszuwählen.

Und denken Sie daran:

  • Vermeiden Sie Jargon (oder verwenden Sie ihn sehr vorsichtig, wenn es sich um ein Wort handelt, das Ihre Kund:innen häufig verwenden)
  • Seien Sie glaubwürdig und stehen Sie zu Ihrem Unternehmen. (Sie wollen wissen, wie glaubwürdig Ihr Unternehmen nach Außen erscheint? Lesen Sie unseren Leitfaden zum Reputationsmanagement)
  • Zeigen Sie auch, dass sie Ihre Behauptungen untermauern können
  • Stellen Sie einen Bezug zu den Bedürfnissen Ihrer primären Zielgruppe her.

An Ihre Zielgruppe anpassen

Diese drei Grundpfeiler bilden Ihr Fundament. Sobald Sie dieses haben, müssen Sie sich Gedanken über Ihre Zielgruppen machen – d. h. wie können Sie die Botschaft für bestehende und neue Kund:innen anpassen? Wie sieht es mit bestehenden und künftigen Mitarbeitenden aus? Achten Sie auch hier darauf, dass Sie alles, was Sie sagen, belegen können.

Shock Value – Alles eine Frage der Balance

Sie haben jetzt eine kommunikative Basis, Sie haben Argumente, Sie haben die maßgeschneiderten Versionen, und jetzt müssen Sie sicherstellen, dass das alles so eingesetzt wird, dass es auch eine Wirkung zeigt. Im ersten Schritt müssen Sie die Kommunikation über alle Kanäle hinweg einheitlich gestalten – digital und physisch. Der zweite Schritt besteht darin, die Worte mit ‘Shock Value’ zu definieren und sicherzustellen, dass sie in den richtigen Momenten eingesetzt werden. Wie in Filmen können Worte mit ‘Shock Value’ dazu dienen, die Aufmerksamkeit einer Person zu erregen, oder einen bestimmten Punkt hervorzuheben. Seien Sie einfach schlauer als die Drehbuchautoren von ‘House of the Dragon’, wenn es um die Reaktion Ihres Publikums geht! (Denn wenn Sie eins nicht wollen, dann ist es mit Ihrer Wortwahl nerven 😉

In 15 Sekunden zu neuen Kunden 

TikTok ist nur ein Mittel zum Zeitvertrieb für die Generation Z? Ganz im Gegenteil. Mit dem richtigen Know-how können Unternehmen die Videosharing-Plattform erfolgreich für Ihr Reputation Shaping nutzen.  

Die Kurzvideo-App TikTok ist in aller Munde. Marketingteams feiern die App, weil sie schnell und einfach kreative Clips für eine Marke drehen können und Teil einer großen Community werden. Eine eindrucksvolle Reichweite gibt es extra dazu. Doch wer bucht über das TikTok-Video einen CRM-Workshop? Wer schaut einen lustigen Clip und fragt im Anschluss Halbleitertechnik an? Ist der Hype ums TikTok Marketing heiße Luft? Oder kann es tatsächlich der richtige Ort für Consulting, HR-Softwares oder IT-Dienstleistungen sein? 

Was hat Tiktok im B2B- Bereich zu bieten?  

Kurzgesagt ist TikTok eine Video-Sharing-Plattform. Nutzer:innen haben die Möglichkeit, sich auf der Videoplattform Kurzvideos anzusehen und auch selbst erstellte Kurzvideos hochzuladen. Mittlerweile ist TikTok die sich am schnellsten verbreitende mobile App der Welt. Sie ist nach eigenen Angaben in insgesamt 75 Sprachen verfügbar und erfreut sich weltweit einer wachsenden Zahl von Nutzern:innen. Aber nicht nur die Generation Z ist auf der Trend-Plattform vertreten, immerhin sind mehr als 31% über 25 Jahre alt. TikTok lebt von Inhalten, die viele Konsument:innen ansprechen – wie Inspiration, Wissensaustausch oder Comedy. 

KI wird eingesetzt, um nutzergenerierte Inhalte auf einzelne Nutzer zuzuschneiden, die sie dann auf ihrer personalisierten For You Page (FYP) finden. Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, auf der FYP zu erscheinen, wird häufig das Hashtag #foryou oder sogar #fyp verwendet. Denn auch Hashtags helfen, auf TikTok Aufmerksamkeit zu erregen. 

In der Theorie ist es also so: Mit dem richtigen Format bauen Sie sich einen Expertenstatus auf und werden direkt über die App angefragt – sei es, dass Menschen bei Ihnen arbeiten wollen, oder Ihre Leistungen und Produkte anfragen. Um den Expertenstatus zu erlangen, braucht es insbesondere eine starke Content-Idee, einen guten Texter für die Skripte und einen Content Creator, der das TikTok am Ende produziert. 

Gleich und gleich gesellt sich gern

Haben Sie Unternehmen als Zielgruppe, die ihr Angebot vor allem an junge Menschen richten, sind diese vermutlich schon auf TikTok vertreten? Mit der Plattform haben Sie also die Möglichkeit, genau diese Unternehmen ebenfalls zu erreichen. Vermutlich werden Sie sogar Pluspunkte sammeln, denn es zeigt, dass Sie die Zielgruppe Ihrer Kund:innen verstehen.  

Grundsätzlich kann jedes Unternehmen auch auf TikTok für unterschiedliche Zielgruppen Fuß fassen. Wenn man seine Zielgruppe kennt, weiß man bereits, welche Inhalte Aufmerksamkeit erzeugen und wie man die Nutzer:innen an die Marke bindet. Als B2B-Marke können Sie zum Beispiel TikTok nutzen, um ihnen einen Einblick in die Herstellung Ihrer Produkte zu geben. Die Plattform bietet auch die Möglichkeit, Ihre Mitarbeitenden zum Mitreden und Mitmachen zu bewegen. Noch besser ist es, wenn Sie Ihren Fachexpert:innen die Führung übernehmen lassen und ihnen erlauben, eine Frage-Antwort-Runde auf der App zu moderieren. 

Potenzielle Neukund:innen oder neue Mitarbeitende können die Marke somit über TikTok kennenlernen. Beziehen Sie die Community mit ein und nutzen Sie die Plattform, um sich als modernes Unternehmen zu präsentieren, das ständig neue Chancen nutzt. 

Bewerber:innen da suchen, wo man sie auch findet!

Die Altersgruppe, die bei TikTok hauptsächlich aktiv ist, besetzt in den seltensten Fällen Führungspositionen in einem Unternehmen. Sie steht noch am Anfang ihres beruflichen Lebens. Die Nutzer:innen befinden sich überwiegend in der Ausbildung oder absolvieren ein Studium. 

Alter der TikTok Nutzer:innen in Deutschland (https://www.start.io/audience/tiktok-users-in-germany)

Diese Umstände machen sie für Unternehmen im B2B-Bereich auf zwei Arten interessant: Einerseits können Sie Ihr Unternehmen bei potenziellen Arbeitnehmer:innen und Azubis bekannt machen – schließlich sind sie die Unternehmer von morgen – andererseits beeinflusst man mit den Beiträgen automatisch das Kaufverhalten der Zielgruppe. 

Nicht nur für junge Menschen 

TikTok ist zwar vor allem bei der jüngeren Generationen beliebt, doch auch die für den B2B-Bereich relevante Altersgruppe ist vertreten. In den 25 % der 25-34-jährigen sowie den 6 % der 35-44-jähren globalen TikTok-Konsument:innen stecken mit Sicherheit auch Entscheider:innen, die Sie gern von Ihren Produkten oder Dienstleistungen überzeugen wollen. Jedoch stellt sich weiterhin die Frage, wie sich die B2B-Branche in dieser Spaß-App etablieren kann. 

Während Networking als eine Kerntaktik im B2B-Marketing zwar wahrscheinlich eher auf anderen Plattformen, wie LinkedIn, stattfindet heißt das nicht, dass TikTok nicht zum effektiven Netzwerken genutzt werden kann. 

Lokal- oder Branchenspezifische Hashtags können verwendet werden, um mit anderen Fachleuten und potenziellen Kund:innen in Kontakt zu treten.  

Als Erstes durchstarten  

TikTok ist im B2B-Bereich noch weitgehend unbekannt. Ist Ihr Unternehmen auf TikTok vertreten, gibt es noch wenig Konkurrenz und damit einen eindeutigen Wettbewerbsvorteil.  

Hier noch ein paar weitere Tipps, wie auch Sie auf der Plattform erfolgreich werden:  

  • Stellen Sie Ihre Werbeabsichten nicht in den Vordergrund. 
  • TikTok ist schnelllebig, was heute passiert ist morgen (fast) schon vergessen.  
  • Achten Sie auf die Aussagen Ihrer Videos. Sie wollen zwar viral gehen, jedoch aus positiven Gründen. (Sie wollen mehr dazu wissen? Lesen Sie gern unseren Blogbeitrag zu Cancel Culture
  • Nur wer selbst aktiv ist, kann die App auch verstehen.  
  • Haben Sie Spaß und machen Sie mit. Vielleicht werden Sie der nächste große Social Media Hit!   

Und noch ein kleiner Hinweis zum Schluss: Es braucht jemanden im Unternehmen, der die Plattform und die Zielgruppe versteht, sonst wird es schnell peinlich. TikTok hat einen ganz eigenen Humor, den viele außerhalb der Plattform nicht verstehen. Das führt auch dazu, dass trendbasierte Videos schnell lächerlich werden, wenn man zu lange braucht, um diese zu posten oder wenn der Trend falsch verstanden wird. Auch lange interne Approval Prozesse sind hier schwierig. Vertrauen Sie ihren Social Media Teams und erlauben Sie ihnen sich auszuprobieren – ein Following entsteht nicht über Nacht.  

TikTok kann Teil einer 360 Grad Unternehmenskommunikation sein und somit Teil des Reputations Managements. Wir unterstützen Sie gern mit Trainings und Guidelines für Social Media Teams – oder bei Ihrer Stratgeischen Planung. 

Was Internationale PR mit einer Patchworkfamilie gemeinsam hat und was sie zum Gelingen braucht

Sie wundern sich sicher jetzt? Patchworkfamilie und Internationale PR in einem Satz. Jede:r die oder der schon einmal international zusammengearbeitet hat, weiß, dass es manchmal eine Herausforderung darstellt, denn es gibt viele Hürden zu bewältigen, damit eine Zusammenarbeit auch gelingt: Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede und unterschiedliche Medienlandschaften. Wenn verschiedene Agenturen aufeinandertreffen, ist es eigentlich nicht anders, als wenn Patchworkfamilien plötzlich zusammengewürfelt werden: auch hier treffen unterschiedliche Charaktere mit einer eigenen Familienhistorie und womöglich noch aus einer anderen Kultur aufeinander und müssen plötzlich auf „happy family“ machen.

Agenturen, die international zusammenarbeiten sollen, brauchen die gleiche Zuwendung und ein Fingerspitzengefühl, wie Familien und ihre Mitglieder, die plötzlich zusammengeworfen werden und ein harmonisches Ganzes ergeben sollen. Ein Team Spirit entsteht nicht von ungefähr, umso wichtiger ist es, dass Sie intern jemanden haben, der das Managen übernimmt und für steten Kontakt und Austausch auf Augenhöhe zwischen allen Partneragenturen sorgt. 

Was für eine große Herausforderung Internationale PR bedeuten kann, zeigt allein die Tatsache, dass es 195 Länder gibt, in denen mehr als 7.000 Sprachen und unzählige Dialekte gesprochen werden. Von den unterschiedlichen Kulturen und marktspezifischen Eigenheiten nicht zu sprechen.

Seit mehr als 30 Jahren unterstützt Firefly Kunden dabei ihre Kommunikation und PR europaweit und global auf- und umzusetzen. Wir wissen, wie schwierig es ist, wenn Agenturen aus verschiedenen Nationen und Kulturkreisen zusammentreffen und zusammengeworfen werden – wie eine Patchworkfamilie. Aber was macht es so schwierig Kommunikationsstrategien und -Maßnahmen grenzüberschreitend zu planen, zu steuern und zu koordinieren? Wie stellen Sie sicher, dass die Zusammenarbeit international ein Erfolg wird?

Hier fünf Tipps, die Sie beachten sollten:

1. Head of Coordination

Ganz wichtig ist es, dass Sie eine:n zentrale:n Ansprechpartner:in bestimmen, der oder die das Weitergeben von relevanten Unternehmens Updates und Informationen an alle Agenturen koordiniert und alle Agenturen managt. Wichtig ist: Agenturen brauchen idealerweise eine:n zentrale:n Ansprechpartner:in, ganz genauso wie in Familien, wo der Vater oder die Mutter die Rolle der oder des Familien-Manager:in übernimmt und alle Familienaktivitäten koordiniert und plant.

2. One Team: One Goal.

Schaffen Sie eine gute Atmosphäre, wenn Sie mit mehreren verschiedenen Agenturen zusammenarbeiten und bedenken Sie, dass diese womöglich auch internationaler aufgestellt sind und eventuell miteinander konkurrieren. Wichtig ist es, regelmäßig deutlich zu machen, dass alle am gleichen Strang ziehen und vor allem, dass alle von den Erfolgen in anderen Märkten profitieren. Wenn zwei Familien zusammenschmelzen und zu einer werden, gibt es zu Beginn immer Konkurrenz, Unklarheiten und viele Machtkämpfe – erst, wenn alle Familienmitglieder merken, dass ihnen ihre Position nicht streitig gemacht wird, kehrt Ruhe ein.

3. Integrative Arbeitsweise

Die Umsetzung von Kommunikationsstrategien und Programmen muss immer integrativ gesteuert – d. h. unternehmensintern und nicht von Agenturseite – werden, denn nur so wird aus den nationalen Kommunikationsaktivitäten auf den verschiedenen Märkten ein internationales Ganzes. Gleichzeitig sollte auch eine Flexibilität gewahrt werden, denn Märkte funktionieren unterschiedlich und Inhalte müssen entsprechend angepasst werden.

4. Wichtige Entscheidungen treffen

Der Erfolg von Internationaler PR hängt nicht nur von externen Rahmenbedingungen und internen Einflussfaktoren ab, sondern auch von der Internationalisierungs-strategie, die das jeweilige Unternehmen verfolgt. Das heißt die Kommunikation und PR richtet sich immer nach dem Unternehmenstyp (international, multinational, transnational oder global). Im Umkehrschluss heißt das, dass die Planung, Koordination und Kontrolle von Internationaler PR-Arbeit immer aufwendiger wird, je geringer standardisiert und zentralisiert ein Unternehmen und die interne und externe Kommunikation aufgebaut ist. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Mütter und Väter einer Patchworkfamilie idealerweise am gleichen Strang ziehen und kohärent handeln und kommunizieren, dann gibt es auch weniger Chaos und die Richtung ist stets klar.

5. Synergiepotentiale schaffen

Fördern Sie die Zusammenarbeit von den jeweiligen lokalen Agenturen, denn eine gute Internationale PR kann nur durch eine gute Abstimmung zwischen allen Beteiligten und der Rückkopplung von Knowhow entstehen, d. h. Inhalte, Storylines, Pitches u.v.m. sollten mit anderen Märkten geteilt werden.

Wir bei Firefly haben Standorte in München, London und Paris und arbeiten seit nun mehr als 30 Jahren regelmäßig mit unseren Partneragenturen aus der ganzen Welt zusammen. Wir stellen sicher, dass die europaweite und internationale PR und Kommunikation für unsere Kunden und Partneragenturen erfolgreich ist. Daher kennen wir die alltäglichen Herausforderungen nur allzu gut, aber umso mehr wissen wir über das Potenzial, dass sich durch eine gute marktübergreifende Kommunikation und PR für unsere Kunden erschließt.

Das hört sich für Sie im ersten Moment vielleicht nach sehr viel (extra) Arbeit an, doch lohnt es sich, diese einfach anzugehen. Am Anfang braucht es selbstverständlich ein bisschen bis jedes (Familien-)Mitglied seinen Platz gefunden hat und sich gesehen und wertgeschätzt fühlt, aber danach ist es „fast“ ein Selbstläufer.

Ganz nach dem Motto „One Team. One Goal“ können Agenturen, die Team Spirit besitzen und quasi zu einer Patchworkfamilie werden, gemeinsam Großes für ihre Kunden bewegen.

Falls Sie Interesse an Internationaler PR haben und nicht wissen, wie sie es angehen sollen, stehen wir gerne beratend an Ihrer Seite.

Weiterführende Links:

In unserer digitalen Welt ist es schneller und einfacher als je zuvor, Dinge zu messen. Aber per Definition sind diese Messungen binär. Wie kann man große immaterielle Werte wie Innovation, Charakter und Ansehen auf sinnvolle und nützliche Weise quantifizieren?

Reputation ist schwer greifbar. Sie ist mehr als nur Vertrauen oder Meinung. Und es ist etwas, das Sie messen können und sollten. Lernen Sie Grundlagen des Benchmarking und der Gestaltung dessen, was Menschen über Sie denken und sagen.

Unser kurzer Leitfaden hilft Ihnen zu verstehen, was Reputation ist – und was nicht. Wir zeigen Ihnen die positiven Aspekte einer guten Reputation (und die negativen einer schlechten), und erläutern wie Sie dieses oft vernachlässigte Instrument einfach prüfen und gestalten können.

Der virtuelle Spielplatz: VR für ihre PR nutzen

Stellen Sie sich Folgendes vor: Sie betreten Ihren Arbeitsplatz und gehen in einen Meetingraum, um dort Ihre Kolleg:innen zu begrüßen – und das alles virtuell in einer 3D-Welt. Es fühlt sich an, als wären Sie tatsächlich zusammen, doch eigentlich sitzen sind Sie zu Hause und tragen ein VR-Headset, während Ihre Kolleg:innen vielleicht am anderen Ende der Welt dasselbe tun. Von diesem Szenario sind wir vielleicht gar nicht so weit entfernt.

Die zunehmende Verbreitung von Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) verändert sowohl die Arbeit als auch die Freizeit. In nur wenigen Monaten entwickelten sich AR und VR zu einem festen Bestandteil der Welt der Kommunikation. Als Facebook im Oktober letzten Jahres ein großes Rebranding durchführte und sich als „Meta“ vorstellte – und damit seine Reichweite über die sozialen Medien hinaus auf den Bereich der virtuellen Realität ausdehnte – nahm die Welt davon Notiz. Und wenn Big Tech einen Trend setzt, folgen die Menschen ihm. Virtual Reality wird sogar als die Weiterbildung der Zukunft angepriesen.

Für moderne Arbeitnehmer:innen ist es nichts Neues, aus der Ferne miteinander zu kommunizieren. Aber die wohl größte Auswirkung dieser Technologien ist, dass auf eine ganz neue Art zusammengearbeitet werden kann. Menschen, die sich vermutlich niemals zu Gesicht bekommen hätten, haben dadurch die Chance auf einen authentischen und realen Austausch. Egal ob es um das Teilen der eigenen Kreativität, oder um die Kommunikation an sich geht: Menschen auf der ganzen Welt können dies nun virtuell verwirklichen. 

Hier sind meine drei besten Ansätze, mit denen VR Ihre Kommunikationsbemühungen verbessern kann:

1. Mit VR die Kreativität fördern

Der Raum, in dem Sie sich befinden, spielt eine wichtige Rolle für Ihre Kreativität. Und für diejenigen von uns, die in der Kommunikationsbranche tätig sind, ist Kreativität die treibende Kraft. Wenn Sie sich in Ihrer Umgebung nicht inspiriert und wohl fühlen, werden Sie nicht Ihre beste Leistung erbringen können. Virtuelle Räume können in dieser Hinsicht viel effektiver sein als physische Räume – sie simulieren die Realität nur und ermöglichen es uns daher, in einer Welt zu arbeiten, in der der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind.

VR-Meetings sind ebenfalls ein leistungsstarkes Instrument. Im Gegensatz zu Zoom-Anrufen können Sie bei VR-Besprechungen die physische Anwesenheit der Kolleg:innen sehen, was einer persönlichen Besprechung sehr viel näherkommt. Das Verständnis der Körpersprache und der Dynamik im Raum ist ein wertvolles Instrument, um die Gefühle Ihrer Kolleg:innen einschätzen zu können und entsprechende Entscheidungen zu treffen. Außerdem können wir aus der traditionellen Büroumgebung ausbrechen – wer würde nicht gerne am Strand oder an einem inspirierenden historischen Denkmal Besprechungen leiten oder Artikel verfassen, sobald das eines Tages möglich wäre?

2. Menschliche Beziehungen ermöglichen

Als Kommunikationsexpert:in ist es entscheidend, unser Publikum dort abzuholen, wo es gerade ist. Emotionale Verbindungen sind wichtig, vor allem für Marken, die ihre Interaktionen mit potenziellen Kund:innen durchgehend authentisch gestalten wollen. Genau genommen ist dies das Herzstück unseres Geschäfts. Die Menschen müssen das Gefühl haben, gesehen und gehört zu werden, um sich angesprochen zu fühlen – und VR hat das enorme Potenzial uns dabei zu helfen. Denn der Einsatz dieser Technologie macht menschliche Verbindungen unabhängig vom Standort möglich. Authentizität ist auch bei der Kommunikation mit Kund:innen und Klient:innen wichtig – es ist entscheidend, dass wir die Bedeutung einer virtuellen Umarmung in einer Zeit, in der sich viele distanziert haben, nicht unterschätzen.

3. VR hebt die Zusammenarbeit auf ein neues Niveau

Wie die virtuelle Realität unser tägliches Leben beeinflussen könnte, ist aus gutem Grund ein heißes Thema und wird als die Zukunft der Arbeitswelt bezeichnet. Im Moment scheint die Technologie fast zu schön, um wahr zu sein – denn sie hat die Macht, eine neue Ebene der nahtlosen Zusammenarbeit zu schaffen, die vor ein paar Jahren noch undenkbar war. Brainstorming-Sitzungen sind beispielsweise persönlich viel effektiver, aber wenn der physische Standort hier keine Rolle mehr spielt, sind die Möglichkeiten grenzenlos.

VR hat das Zeug dazu, unseren Arbeitsalltag einfacher, produktiver und authentischer zu gestalten – und das ist entscheidend für den Erfolg von Unternehmen. Und obwohl sich diese Technologie noch in der Entwicklung befindet, könnte sie schon in wenigen Jahren alles verändern, was wir über menschliche Interaktion und Zusammenarbeit wissen.

5 Tipps für LinkedIn als Tool zur Unternehmenskommunikation 

„Nichts ist beständiger als der Wandel“. Diese Worte Heraklits (535 – 475 v. Chr.) haben in den vergangenen rund 2.500 Jahren nichts an ihrer Bedeutsamkeit und Aktualität eingebüßt. Megatrends wie Digitalisierung oder Globalisierung stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Insbesondere die Medienlandschaft hat sich seit Aufkommen des Internets in atemberaubenden Tempo gewandelt. In dieser komplexen Gemengelage gewinnt die externe Unternehmenskommunikation zunehmend an Bedeutung und ist längst zu einem festen Bestandteil der Unternehmensführung geworden. Zu den allgemeinen Zielen der externen Unternehmenskommunikation zählen der Aufbau einer starken Reputation und Themenführerschaft, das Knüpfen enger Kundenbeziehung und der generelle Markenaufbau. Dabei richtet sich die Kommunikation nicht an eine generische ,Öffentlichkeit‘, sondern an spezifische Teilöffentlichkeiten. 

Um die entsprechenden Stakeholder gezielt zu erreichen, führt an der Nutzung von Plattformen wie LinkedIn kein Weg mehr vorbei. Ähnlich wie es vor einigen Jahren mit Webseiten von Unternehmen zu beobachten war, geht es inzwischen nicht mehr darum, ob Unternehmen soziale Medien nutzen, sondern mit welchen Strategien und Zielsetzungen sie diese bespielen. Der Kommunikationswissenschaftler Dr. Michael Johann bezeichnet Social Media daher in seiner Dissertation als das „wichtigste Instrument zur Kommunikation mit relevanten Personen oder Personengruppen“. Mit diesen 5 Tipps können Sie das Potenzial von LinkedIn für Ihre Kommunikationsstrategie freisetzen. 

1. Zeigen, was man kann 

LinkedIn bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Kompetenzen zu demonstrieren. Aushängeschilder der eigenen Arbeit lassen sich auf LinkedIn zielgruppenwirksam und authentisch präsentieren. Wichtig ist hierbei zu beachten, dass ein gesundes Maß zwischen Quantität und Qualität gewahrt wird. Zum einen verzeiht der Algorithmus keine wochenlangen Pausen zwischen den Posts und zum anderen sind die Follower:innen nicht an einer Flut an Content interessiert. Unsere Empfehlung: Mit 2-3 Posts pro Woche von hoher Relevanz macht man beim Algorithmus und den Follower:innen nichts falsch. 

2. Position beziehen 

Wir leben in einer Zeit, in der Stakeholder:innen von Unternehmen immer stärker Erklärungen über das Wie und Warum ihrer Arbeit einfordern. Tagesaktuell und häufig emotional werden gesellschaftliche Themen wie der Klimawandel, Sexismus oder die Coronapandemie auf LinkedIn diskutiert. Unternehmen müssen ihre Aktionen in diese größeren Debatten einbetten und sich positionieren. Zwar ist die allgemeine Sorge vor einem Shitstorm durchaus gerechtfertigt, doch sind wir davon überzeugt, dass keine Haltung eben auch eine klare Positionierung darstellt. Sprich: Werte und Visionen mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl offen kommunizieren.  

3. LinkedIn braucht Gesichter 

Soziale Medien basieren grundsätzlich auf der Interaktion zwischen Menschen, nicht Produkten. Unternehmen können noch so hochwertigen Content auf LinkedIn teilen, wenn sie ihr Profil und damit ihre Marke nicht mit Gesichtern verknüpfen, wird sich keine engere Bindung zu den adressierten Stakeholder:innen aufbauen. Zeigen Sie also, wer hinter Ihren Erfolgen steht und erzählen sie deren Geschichten.  

4. Auf gute Stories kommt’s an 

Damit wären wir beim Thema Geschichten erzählen. Dass Menschen in Narrativen leben, denken und fühlen, ist nichts Neues. Auf LinkedIn kann man Geschichten aufgrund der Nähe zu den Follower:innen auf viel authentischere und zugänglichere Art und Weise als in klassischen Medienformaten erzählen. Die von vielen Seiten geforderte Transparenz spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Wer aus dem unendlichen Rauschen auf Social-Media-Plattformen hervorstechen möchte, muss spannende und vor allen Dingen authentische Stories erzählen.  

5. Thought Leadership ist die Königsdisziplin 

Da „Menschen demjenigen vertrauen, von dem sie etwas lernen“ (Olaf Mörk) ist Thought Leadership eines der wichtigsten Unternehmensziele. Wer schon einmal ein Whitepaper versucht hat, in einen kurzen und eingängigen Social-Media-Post zu verpacken, hat festgestellt, wie leicht bei der Komplexitätsreduktion jedoch Kernbotschaften verloren gehen. Auf der anderen Seite besteht aufgrund der Informationsflut auf LinkedIn ein großer Bedarf an gut recherchierten Informationen von Expert:innen. Die große Kunst ist es, bei der Erstellung von Content immer die Zielgruppe genau im Blick zu behalten. Sich also die Frage zu stellen, welche Informationen aus dem 20-seitigen Whitepaper für die Stakeholder:innen wirklich relevant sind.  

Ausblick: Dialog statt Monolog?

Die sozialen Medien haben einen Zwischenraum zwischen der direkten interpersonalen und der Kommunikation über Massenmedien geschaffen. Zwar können Unternehmen auf sehr viel direktere Art und Weise mit ihren Follower:innen interagieren, doch kann man dabei tatsächlich von einem echten Dialog sprechen?  

Schon Niklas Luhmann behauptete in Die Gesellschaft der Gesellschaft, dass Interaktion „durch Zwischenschaltung von Technik ausgeschlossen wird“. Klar ist, dass man Kommunikation über soziale Medien nicht vollständig mit Face-to-Face-Kommunikation gleichsetzen kann. Die Online-Kommunikation ist dem situativen Zusammenhang entkoppelt und birgt eine gewisse Anonymität.  

Dennoch bringt die neue Partizipationskultur des Web 2.0 enorme Potenziale für eine tatsächlich dialogorientierte Kommunikation mit sich. Die sozialen Medien existieren auf Grundlage der Menschen, die sie nutzen. In diesem Sinne ist die Kommunikation auf LinkedIn und Co. per se in höchstem Maß vernetzt. Wenn Unternehmen diesen Charakter der sozialen Medien aufgreifen und die Nutzer:innen nicht als Rezipierende, sondern Mitgestaltende einbeziehen, kann dies zwar nicht die Face-to-Face-Kommunikation ersetzen, doch einen produktiven Dialog zwischen Unternehmen und Stakeholder:innen stiften, der in den klassischen Medien nicht möglich ist. Um diese Potenziale abzuschöpfen, sollten sich Unternehmen also weniger darauf konzentrieren, das Deutungsmonopol über die eigenen Inhalte und Aktionen zu erhalten, sondern den Paradigmenwechsel hinzu mehr Dialog proaktiv zu fördern. Habermas‘ normativ aufgeladene Vorstellung einer „deliberativen Demokratie“ scheint so nah wie nie zuvor, oder?  

Ohne jeden Zweifel haben die ein oder anderen unter uns gemerkt wie sich die Beiträge auf unseren Social-Media-Plattformen oder integrative Kampagnen im Juni vermehrt in die Regenbogenfarben gehüllt haben. Einer meiner persönlichen Lieblinge sind z.B. Die aktuellen Pride-Kampagnen von Calvin Klein oder Absolut.

Was diese geglückten Kampagnen gemeinsam haben? Um es kurzzufassen: Sie zielen darauf ab die Reputation der Marke aktiv zu beeinflussen und zählen nicht zum sogenannten „Rainbow Washing“. Rainbow Washing bezeichnet das Schmücken mit Regenbogenfarben, um den Konsument:innen den Eindruck zu vermitteln die LGBTQ+ Szene und Gleichstellung zu unterstützen, obwohl keine tatsächlichen Kampagnen oder Maßnahmen ergriffen werden, dies tatsächlich zu tun.

Wenn es richtig angestellt wird, kann der Pride-Month ein guter Zeitpunkt dafür sein, die Maßnahmen Ihres Unternehmens hervorzuheben, die ganzjährig für die LGBTQ+ Gemeinschaft unternommen werden. Dies stärkt die Reputation. Wird es hingegen falsch angestellt, kann so eine Pride-Kampagne im besten Fall billig aussehen und schlimmstenfalls einen Alibi-Charakter haben.

Warum sollte man genau den Pride-Month für integrative Kampagnen nutzen?

Weswegen Marken für ihre Kampagnen auf den Pride-Zug aufspringen, ist leicht zu belegen. Weltweit verfügt die LGBTQ+ Gemeinschaft über eine Kaufkraft von satten 3,7 Billionen Dollar. Und Marken, die versuchen ihre Umsätze zu steigern, wollen Konsument:innen aus der LGBTQ+ Szene ansprechen und können davon ausgehen, dass der Pride Month der richtige Zeitpunkt dafür ist.

Das ist nicht weit von der Wahrheit entfernt. Veranstaltungen im Rahmen der Pride-Bewegung versuchen Geschichten von marginalisierten Gemeinschaften aufzudecken, was natürlich ein ehrenhaftes Unterfangen ist. Und wie es auch im Fall von Pride ist, haben solche Daten oft historischen Hintergrund und lenken die Aufmerksamkeit auf Ereignisse, die sonst möglicherweise unter den Teppich gekehrt werden würden.

Es geht also nicht darum, dass Unternehmen den Pride-Month ehren. Es geht vielmehr darum: Je mehr Menschen ihn feiern, desto effektiver wird er. Der Monat wird zum Problem, wenn er ausschließlich dafür dienen soll, Umsätze in diesem einen Monat zu steigern und es nicht darum geht, dass es Teil des langfristigen Reputationsprogramm eines Unternehmens wird.

Wie können Unternehmen diesen Monat (und das ganze Jahr) besser für sich nutzen?

Es ist klar, dass eine einmalige, symbolische Kampagne zum Pride-Month nicht unbedingt der richtige Weg ist, wenn das Ziel verfolgt wird, eine integrative Reputation des Unternehmens aufzubauen. Vielmehr sollten sich Unternehmen darauf konzentrieren einen echten und ganzjährigen Ansatz zu verfolgen, der marginalisierte Gemeinschaften unterstützt und dies mit geeigneten PR-Kampagnen kombinieren. Hier folgen einige Dos and Don’ts:

Do’s

  • Arbeiten Sie mit der LGBTQ+-Gemeinschaft zusammen, um integrative Kampagnen zu entwickeln. PR- und Kommunikationsfachleute mögen die Strateg:innen und Autor:innen sein, aber es sind Ihre LGBTQ+-Kolleg:innen, die am besten qualifiziert sind, über LGBTQ+ Themen zu sprechen
  • Ziehen Sie in Erwägung, einen Teil Ihres Gewinns an gemeinnützige LGBTQ+ Organisationen zu spenden. Dies gilt insbesondere für diejenigen, die Pride-Produkte oder andere Produkte mit LGBTQ+ Thematik einführen

Dont’s

  • Eine Pride-Flagge auf Ihre Website kleben und es dabei belassen. Das wirkt nicht nur alibimäßig, sondern kann auch als Missbrauch der zutiefst symbolischen und persönlichen Bedeutung von LGBTQ+ Symbolen angesehen werden
  • Pride-Kampagnen veröffentlichen, ohne vorher ein integratives Unternehmen aufgebaut zu haben. Bieten Sie Schulungen zu Vielfalt und Inklusion an oder gründen Sie ein LGBTQ+ Netzwerk für Ihre Mitarbeiter:innen und stellen Sie sicher, dass alle Marketingbemühungen auch durch konkrete Maßnahmen unterstützt werden

Entscheidend ist, dass der Aufbau eines integrativen Rufs im Unternehmen beginnt. Es ist zwar schön und gut, während des Pride Month über Ihre Unterstützung der LGBTQ+ Gemeinschaft nach außen zu tragen, aber wenn Ihre LGBTQ+ Mitarbeiter:innen und Kund:innen nicht das ganze Jahr über Ihre Unterstützung erfahren, wirkt das nicht wirklich authentisch. Letztendlich geht es bei der Gestaltung und dem Management eines guten Rufs darum, Verantwortung für Handlungen zu übernehmen und starke Unternehmenswerte konsequent zu kommunizieren.

Und genau aus diesem Grund sehen wir das Thema auch über den Juni als Pride-Month hinaus als überaus wichtiges Thema an.

Noch mehr was es bei der Bildung einer starken Reputation zu wissen gibt? Lesen Sie den Leitfaden von Firefly zum Reputationsmanagement


Aufmerksamkeit ist ein knappes Gut. Das Online-Leben kann süchtig machen und das Informationsuniversum ist schier endlos. Wir leben in ewiger Erwartung auf das ‘next big thing’, was vor allem die Reputation von Marken gefährdet. Auch deshalb ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, Ihre Unternehmenskommunikation zu priorisieren und authentische und fesselnde PR-Strategien zu entwickeln. Das Zusammenspiel einer guten Unternehmensreputation, einer positiven Unternehmenskultur und der ehrlichen Bemühung um die eigenen Mitarbeitenden erregt Aufmerksamkeit und bringt Menschen dazu zuzuhören.

Die Aufmerksamkeitsspanne ist die Zeit, die man sich auf ein konkretes Thema konzentrieren kann, ohne abgelenkt zu werden. In der Wissenschaft nennt man eine kurze Aufmerksamkeitsspanne auch “Aufmerksamkeitsdefizit”.  Im Wesentlichen wird dabei untersucht, warum wir beispielsweise so leicht und häufig zu jedem Zeitpunkt des Tages zum Smartphone greifen, ohne uns bewusst dafür zu entscheiden. Die Aufmerksamkeitsspanne schrumpft, und Berichten zufolge sind die Menschen bereits um 25 Prozent weniger konzentriert als noch vor ein paar Jahren.

Forscher in Dänemark haben eine Reihe von Medientypen und ihr jeweiliges Kaufverhalten untersucht: Erhoben wurden Daten zum Kauf von Kinokarten oder Büchern, aber auch Messungen beim Lesen von Tweets oder Wikipedia-Artikeln. Die Ergebnisse zeigten, dass die Aktualität der Informationen, die individuelle Relevanz und der Wunsch nach neuen Themen vom Medienformat abhängen. Während Twitter beispielsweise heute auf den jüngsten Elon-Musk-Vorstandsskandal fixiert ist, gehen die Nutzer morgen bereits zum nächsten Thema über. Auf Wikipedia andererseits, verbringen die Nutzer oft längere Zeit mit einem einzelnen Thema.

Wie können wir dieses Aufmerksamkeitsdefizit überwinden? Um abgelenkte Zielgruppen anzusprechen, müssen wir unsere Kommunikationsstrategie kürzer, personalisierter und authentischer gestalten. Je Trendunabhängiger diese sind, desto besser. Das gilt nicht nur bei der Kommunikation mit der eigenen Zielgruppe, sondern auch bei Ihrer internen Kommunikation. Fesselnde Kommunikationsstrategien ziehen die Aufmerksamkeit auf sich – nach Innen wie nach Außen.    

Positivität fesselt das Publikum und bringt Ihre Reputation zum Strahlen.

Positive Inhalte gehen eher viral als andere. Authentische und originelle menschliche Geschichten, die auf Emotionen basieren, heben sich von der Masse ab. 

Brandon Stanton, der Schöpfer des viralen Storytelling-Accounts Humans of New York, betont beim Verfassen seiner persönlichen Profile, dass er die Menschen nicht mit Adjektiven beschreibt, sondern vielmehr die Handlungen ihres Lebens. Schließlich sagen Taten mehr als Worte. Wenn man sich sein Portfolio auf den sozialen Kanälen ansieht (mit 20 Millionen Followern!), kommt er ohne große Erklärungen oder Einleitungen direkt auf den Punkt. Auch Ihr Publikum ist klug genug, um das Wesentliche zu verstehen. 

Kommunikation profitiert von guten Geschichten

Forscher haben herausgefunden, dass Menschen Informationen auf Papier ganz anders lesen als online. Allein die Menge an Daten, die sie auf einer einzelnen Buchseite aufnehmen müssen, ist weitaus geringer ist als auf einer belebten Website. Diese langsame und lineare Reise eines Buches macht es so erfreulich das Ende zu erreichen (keine Spoiler, bitte!). Ihre Online-Inhalte sollten sich daran orientieren und immer eine spannende, erzählerische Reise bieten.   

Auch wenn es offensichtlich erscheint, ist es hilfreich, sich zu verdeutlichen, dass wir in unserem Denken einfachen Mustern, wie Anfang, Mitte und Ende folgen, um Lösungen für Herausforderungen zu finden. Versuchen Sie sich für alle Inhalte, die Sie kreieren und für jegliche Kommunikation mit Ihrer Zielgruppe, auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und schauen Sie während des Schreibens nicht auf Ihr Handy – widerstehen Sie dem Drang, wenn Sie können. 

Möchten Sie mehr über Reputation Shaping erfahren?

2020 hielten nur 19 Prozent der Teilnehmer:innen einer deutschlandweiten Umfrage des Statista Global Consumer Surveys Cancel Culture für ein Problem. Recht wenig, wenn man bedenkt, dass Medien heute fast täglich über neue Fälle berichten und kaum ein Tag vergeht an dem kein Name in den Social Media Trends zu finden ist. An einem Tag ist es die Gewürzmarke Ankerkraut, da sie sich mit Nestlé zusammenschließt, am nächsten Tag eine Umweltaktivistin mit Dreadlocks. Darin liegt auch die Schwierigkeit der Cancel Culture. Es kann jeden treffen, egal ob Marke, Unternehmen, Partei oder Einzelpersonen.

Wer selbst auf Social Media unterwegs ist (und gerne bei den Trends up to date ist), stellt schnell fest, dass diese öffentlichkeitswirksame Ächtung gar nicht so unvorhersehbar ist. Die Gründe der Kritik sind häufig sogar nachvollziehbar:

Sind die Ursache für die Mehrheit dieser Vorfälle.

Das Problem der Cancel Culture besteht also oft nicht darin, dass sie kritisiert, sondern wie sie kritisiert. Denn mit Kritik hat das in vielen Fällen wenig zu tun. Das Problem dabei steckt bereits im Namen. Sie „cancelt“, also das Beenden oder Absagen von etwas. Das Canceln passiert in zwei Schritten:

  1.  „Call-Out-Culture“: Dem Verbreiten des Fehlverhaltens durch Teilen von Videos, Bildern, Hashtags oder Storys auf verschiedensten Social-Media-Kanälen. Ab einem gewissen Bekanntheitsgrad verbreiten sich solche Meldungen wie ein Lauffeuer. Es bleibt also nicht in dem kleinen „Fan“ Kreis, der bis zu einem gewissen Grad berechtigte Kritik äußert.
  2.  „Cancel-Cultur“: Die Reaktion auf das Fehlverhalten ist also gleichzusetzen mit dem wütenden Mob, der auf diese Aussage hin auftaucht und im Grunde nichts mit der Marke oder auch Person zu tun hat. Viele der Nutzer, haben ihren Erstkontakt erst durch den Fehltritt. Schnell artet die berechtigte Kritik von „Fans“ in „Hass“ von Fremden aus.

Was sind die Auswirkungen?

Diese Bewegung im Netz kann zum Boykott führen, also der Weigerung, das „Opfer“ der Cancel Culture weiter zu unterstützen oder die Zukunft gar zu erschweren. Ankerkraut hat nach ihrer Kooperation mit Nestle beispielsweise nicht nur viele Fans der Marke, sondern auch fast alle Kooperationen mit Influencer:innen und die damit verbundene Reichweite verloren. Wer hier einmal einen Einblick braucht, kann gerne die Kommentare zu der Ankündigung auf Twitter lesen:

Nestlé ist neuer Mehrheitseigentümer von Ankerkraut! Wir bleiben eigenständig: als Unternehmen und Marke. Die Gründer Anne und Stefan, sowie die Geschäftsleitung, bleiben als relevant beteiligte Gesellschafter an Bord und am operativen Geschäft wird sich nichts ändern.

— Ankerkraut GmbH (@ankerkraut) April 13, 2022

Wenn Konsument:innen oder Kund:innen aufhören die Produkte zu kaufen, Dienstleistungen wahrzunehmen, Bücher, Filme oder Musik zu konsumieren, Texte zu lesen und Veranstaltungen zu besuchen, kann natürlich nachhaltig das Geschäft darunter leiden, vor allem, wenn der geschäftliche Erfolg auf Social Media Reichweite beruht. Sie werden von einer gesellschaftlichen Gruppe gecancelt, was einerseits einer öffentlichen Ächtung gleichkommt, aber andererseits weiteren wirtschaftlichen Erfolg nicht zwangsläufig ausschließt. Klar ist, dass so ein Vorfall, egal in welchem Ausmaß, der Reputation langfristig schaden kann.

Zudem entwickelt sich die Cancel Culture immer mehr zum Trend. Es werden verstärkt Fehltritte gesucht, um einen künstlichen Shitstorm zu generieren. Jahre alte Tweets werden recherchiert und veröffentlich oder auch einfach Behauptungen aufgestellt, um den nächsten Skandal zu schaffen.

Was lernen wir aus der Cancel Culture?

Die Zeit der großen Imagekampagnen und Werbeversprechen ist vorbei. Nur zu predigen, ohne zu handeln, wird bei einem wachsenden kritischen Bewusstsein der immer jünger werdenden Kund:innen zunehmend schwieriger. Marketingversprechen müssen auf allen Unternehmensebenen erfüllt werden, sonst geht schnell die Glaubwürdigkeit verloren. Unternehmen können beispielsweise nicht für Diversität einstehen, während im Hintergrund weiterhin weder gleichberechtigte Strukturen bestehen noch faire Löhne gezahlt werden.

In Zeiten von Cancel Culture verlangen kritische Kunden von Unternehmen mehr, als nur noch unternehmerisch zu handeln. Der Mehrwert eines Unternehmens bemisst sich am Mehrwert, den es für uns alle kreiert, nicht wie früher nur für Kund:innen oder das Unternehmen selbst.

Auf was Sie bei der Kommunikationsplanung achten müssen, können Sie hier auf unserem Blog nachlesen.


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